Gebäudetechnik
.
deutsch english francais italinao
 Suche

 Startseite
 Organisation
 Know How
 Online Forum Gebäudetechnik
 Links

 Anmeldung

 Passwort vergessen?

Partner Login

Partner ID
 
 Passwort

 Über GBT Gebäudetechnik
 FAQ & Hilfe Tool
 Ziele
 Bedingungen
 eMail
  Online Forum Gebäudetechnik
Startseite | Online Hilfe 
Ihr Status : Gast
Version : 1.5
 
   Suche :  
Startseite - GBT Forum - Life-cycle Strategie
 

Life-cycle Strategie

Text Datum Benutzer
Life-cycle Strategie
Ich suche informationen zu Lebensdauervorhersage bei Gebäudetechnischen-Bauteilen zB.im Bereich Aufzugstechnik etc. Kann mir jemand auf diesem Gebiet weiterhelfen.

12 Dec 2004
22:42:36
Life


Im Anhang Infos zum Thema! Gruss P.Hubacher


http://www.sses.ch/de/zse/rognon_598.html

Die Wärmepumpe Sonnenenergie 5/98

50% weniger CO2 durch Nutzung erneuerbarer Energien mit Wärmepumpen

--------------------------------------------------------------------------------

Rund die Hälfte unseres Nutzenergiebedarfes wird für die Niedrigtemperatur-Raumwärme verbraucht. Hier kann die Wärmepumpe heute schon die dazu nötigen Primärenergien und den Ausstoss von CO2 bedeutend reduzieren. Die grossen Fortschritte der Wärmepumpe zur effizienten Nutzung von Umweltwärme sind noch zu wenig bekannt. Von Fabrice Rognon




(Dieser Artikel gehört zur Sondernummer "Wärmepumpen" der Zeitschrift Sonnenenergie und äussert die freie Meinung des Autors. Lesen Sie auch die Stellungnahme der SSES zu diesem Thema.) Woher kommt der Strom? Auf diese Frage lassen sich alle Diskussionen um die Wärmepumpe reduzieren. Bei deren Beantwortung sind zwei Phasen zu unterscheiden:

Entwicklung gemäss Energie 2000

Die Wärmepumpe muss einen Beitrag an die Ziele von Energie 2000 zur CO2-Reduktion und zur Stabilisierung der Elektrizitätsnachfrage leisten. Die Strategie zur Strombereitstellung für die neu installierten Wärmepumpen stützt sich daher auf zwei Beine:

• Sanierung: Im natürlichen Ersatzrhythmus sollen möglichst viele Elektro-Widerstandsheizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden. Dabei werden 1/2 bis 2/3 des Stromes frei (bei den anvisierten höheren Arbeitszahlen entsprechend mehr). Die heute etwa 230 000 festen Elektro-Heizungen fressen im Jahresdurchschnitt 6% des Strom-Landesverbrauches, im Winterhalbjahr sogar 15%.

• Substitution: Durch vermehrte energetische Verwertung von Abfällen in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) und vermehrten Einsatz von wärmegeführten – meist fossil betriebenen – Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) können weitere Strommengen bereitgestellt werden. Die Entwicklung dieser flankierenden Technologien werden vom Ressort regenerierbare Energien von Energie 2000 verfolgt. Die entsprechenden jährlichen Zahlen (in GWh/a, siehe Tabelle 1):


Erzeugung durch: 1990 1995 2000 2010 KVA 326 422 626 626 WKK 548 884 998 1598 Ersatz Elektroheizungen 0 2 300 1300 Total 874 1308 1924 3524 Bedarf WP 369 553 1139 2439

Tabelle 1: Bilanz der Stromproduktion durch die flankierenden Massnahmen und Entwicklung des Bedarfes der neuen Wärmepumpen, gemäss Energie 2000, in Gigawatt-Stunden pro Jahr (GWh/a). KVA: Produktion in Kehrichtverbrennungsanlagen, Winterhalbjahr; WKK: Produktion durch Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen; Ersatz Elektroheizungen: Ersatz von festen Elektro-Widerstandsheizungen durch Wärmepumpen; Bedarf WP: Stromverbrauch durch die Wärmepumpen


Die Elektizitätsnachfrage von Wärmepumpen ist also bis ins Jahr 2010 problemlos gedeckt. Und nach Energie 2000?

Um 2010–2015 wird wahrscheinlich das Potential des Ersatzes von Elektro-Heizungen und von vermehrter Stromproduktion in KVA ausgeschöpft sein. Dann benötigen die neu installierten Wärmepumpen neue Anlagen zur Elektrizitätserzeugung. Um eine spekulative Diskussion zu vermeiden, betrachten wir:

bis 2010–2015 den schweizerischen Winterstrom mit Importen, bestehend aus 46% Wasserkraft, 43% AKW, 12% thermisch (meist Steinkohle), ohne Transitstrom; und für die Zeit nach Ausschöpfung der während Energie 2000 eingeleiteten Massnahmen: das europäische Netz (UCPTE); WKK30/86-Wärme: Wärme-Kraft-Kopplung mit elektrischem Wirkungsgrad von 30% und gesamtem Nutzungsgrad von 86%. Der Wärme werden genau soviele Emissionen angelastet, wie wenn sie von einem modernen Gaskessel erzeugt würde. Die restlichen Emissionen gehen zu Lasten des Stromes. Die WKK wird wärmegeführt; WKK30/86-Elektr.: das gleiche mit allen Emissionen dem Strom zugerechnet, die Wärme ist also emissionsfrei; GuD58/58: Gas- und Dampf-Turbine im kombinierten Prozess, mit elektrischem Wirkungsgrad von 58%, ohne Wärmenutzung; Kohle: Steinkohlekraftwerk aus Deutschland; Wasserkraft: schweizerisches Speicherkraftwerk; AKW: Import aus französischen Atomkraftwerken. Hier muss ein zentrales Element des Betriebes von Wärmepumpen in Erinnerung gerufen werden: Praktisch jede neue Wärmepumpe wird mit unterbrechbaren Stromlieferungen betrieben. Somit tragen sie nicht zu den Tagesspitzen des Elektrizitätsverbrauches bei. Falls importiert werden muss, werden sie also nicht durch eine einzelne (Spitzen-)Stromerzeugung gespiesen, sondern durch ein Gemisch aus den 5 oben genannten Quellen.

Unter welchen Bedingungen leisten die Wärmepumpen einen Beitrag an die Reduktion des Primärenergiebedarfes und des CO2?

Wir stützen uns auf die Methode der Ökobilanz oder Life Cycle Analysis, welche im Ökoinventar alle Prozessschritte von der Rohstoffgewinnung, der Materialherstellung und des Anlagebaus über den Betrieb bis zur Entsorgung betrachtet. Wir fokussieren uns auf die Einsparung von Primärenergien und auf die CO2-Reduktion.

Einsparung von Primärenergien

Wir betrachten die Heizung eines Gebäudes (Heizleistungsbedarf 10,25 kW) und bestimmen die minimale JAZ (Jahresarbeitszahl als Verhältnis der jährlich produzierten Nutzenergie zur jährlich verbrauchten Elektrizität), welche erreicht werden soll, damit die Wärmepumpe bei der Bilanzierung der nicht erneuerbaren Energien besser abschneidet als eine Elektro-Heizung, eine Ölheizung oder eine Gasheizung. Die Berechnung wird für verschiedene Herkunft der Elektrizität wiederholt.

Die letzte Kolonne von Tabelle 2 gibt die minimale JAZ an, ab welcher das System Stromerzeugung plus Wärmepumpe mehr Nutzenergie erzeugt als nicht erneuerbare Energien verbraucht. Dieser «Erntefaktor» sagt aus, ob das System die Umwelt belastet (Erntefaktor <1,0) oder schont (Erntefaktor >1,0).

Wir betrachten zwei marktübliche Wärmepumpen: eine Sole/Wasser, monovalent, mit vertikaler Erdsonde ausgelegt mit 55 W/m Entzugsleistung, mit Kältemittel R407C, und eine Luft/Wasser, monovalent, mit Kältemittel R290. Da sich die Resultate höchstens um 0,1 unterscheiden, geben wir nur die Zahlen der ersten Anlage an (siehe Tabelle 2).

Herkunft der Elektrizität JAZ mini Elektro JAZ mini Öl JAZ mini Gas JAZ mini Erntefaktor = 1 CH Winter mit Importen 1,0 1,9 1,9 2,7 UCPTE 1,0 2,6 2,7 3,8 WKK 30/86-Wärme 1,0 1,1 1,2 1,7 WKK 30/86-Elektr. 1,0 3,5 3,7 5,1 TAG58/58 1,0 1,8 1,9 2,6 Steinkohle 1,0 3,1 3,3 4,5 Wasserkraft 3,6 0,1 0,1 0,1 AKW 1,0 3,1 3,3 4,5

Tabelle 2: minimale JAZ, damit die Wärmepumpe über ihren ganzen Lebenszyklus Primärenergie einspart bzw. einen Erntefaktor von 1,0 erreicht, in Abhängigkeit der Herkunft der Elektrizität. Gas: Gaskessel low-Nox, kondensierend, Jahresnutzungsgrad 97%; Öl: Ölkessel low-Nox, kondensierend, Jahresnutzungsgrad 94%; Erntefaktor: Verhältnis der produzierten Nutzenergie zu allen verbrauchten nicht erneuerbaren Primärenergien, über den ganzen Lebenszyklus des Systems.

Reduktion des CO2

Wir betrachten wieder die zwei oben genannten Wärmepumpen und untersuchen die Emissionen in CO2-Äquivalenten im Vergleich mit modernen Öl- und Gaskesseln. Das CO2 ist hauptsächlich für den Treibhauseffekt verantwortlich (siehe Tabelle 3).


Sole/Wasser JAZ mini Sole/Wasser JAZ mini Luft/Wasser JAZ mini Luft/Wasser JAZ mini Herkunft der Elektrizität mazout gaz mazout gaz CH Winter mit Importen 0,5 0,6 0,5 0,6 UCPTE 1,8 2,4 1,8 2,3 WKK 30/86-Wärme 1,0 1,3 1,0 1,3 WKK 30/86-Elektr. 3,0 3,8 2,9 3,7 TAG58/58 1,5 1,9 1,5 1,9 Steinkohle 3,9 5,0 3,8 4,8 Wasserkraft 0,1 0,1 0,1 0,1 AKW 0,1 0,1 0,1 0,1

Tabelle 3: minimale JAZ, damit die Wärmepumpen die CO2-Emissionen reduzieren, über ihren ganzen Lebenszyklus, für verschiedene Herkunft der Elektrizität. Sole/Wasser: monovalent, vertikale Erdsonde von 120 m , R407C;Luft/Wasser: monovalent, ohne Zusatzheizung, R290; Gas: Gaskessel low-Nox, kondensierend, Jahresnutzungsgrad 97%; Öl: Ölkessel low-Nox, kondensierend, Jahresnutzungsgrad 94%.




Wie ist der Stand der Technik?

Auf dem Prüfstand

Die Pionierzeiten mit Jahresarbeitszahlen (JAZ) um 2 sind definitiv vorbei: Ein Haus mit Umgebungsluft über den ganzen Winter mit einer JAZ von 3 und mehr heizen, ist heute durchaus möglich. Das Bundesamt für Energie hat den Aufbau des Wärmepumpentest- und Ausbildungszentrums in Winterthur-Töss unterstützt. Dort werden die Leistungsziffern (COP) nach europäischer Norm gemessen. Dies erlaubt dem Kunden objektive Vergleiche der Leistungsfähigkeiten (siehe Tabelle 4).

Messpunkte 1994 1995 1996 1997 A2/W50 2,21 2,35 2,48 2,50 A2/W35 2,77 3,14 3,27 3,43 BO/W35 3,61 3,99 4,40 4,44

Tabelle 4: Durchschnitte der jährlich gemessenen Leistungszahlen (COP) im Wärmepumpentest- und Ausbildungszentrum in Winterthur-Töss gemäss europäischer Norm EN255. Dargestellt sind die Messpunkte A2/W50 (COP für Aussenluft 2° C und Heizwasser 50° C), A2/W35 (COP für Aussenluft 2° C und Heizwasser 35° C), B0/W35 (COP für Sole aus einer Erdsonde bei 0° C und Heizwasser 35° C).



Im Feldeinsatz

Für die Analyse und die Optimierung der Leistungen im Feldeinsatz haben wir 1994 eine breite Messkampagne gestartet: 120 Anlagen werden laufend unter realen Betriebsbedingungen ausgemessen und analysiert. Die Anlagen wurden nach strengen Kriterien ausgewählt, das Sortiment soll den Marktverhältnissen entsprechen. Sie wurden zwischen 1994 und 1997 in Betrieb genommen. Pilotanlagen, Laborgeräte oder Forschungsmaschinen wurden absichtlich ausgeschlossen. Nachfolgend sind die zur Zeit verfügbaren Teilresultate von 88 Anlagen aufgeführt (siehe Tabelle 5).

JAZ gemessen JAZ, gewichteter Durchschnitt, Heizen und Warmwasser JAZ, gewichteter Durchschnitt, nur Heizen Neubauten 2,0 - 4,2 2,8 3,1 Renovationen (Sanierungen) 1,9 - 4,0 2,5 2,7

Tabelle 5: gemessene JAZ (Jahresarbeitszahl) und Durchschnitt der JAZ gewichtet nach jeweils produzierter Energiemenge. Die 88 Anlagen sind nach Wärmequellen (46 Aussenluft, 38 Erdsonden und 4 Grundwasser) und Bauart aufgeteilt.



Zur Zeit ist die nach produzierter Energiemenge durchschnittliche JAZ aller Wärmepumpen nicht aussagekräftig. Die Sanierungsobjekte sind mit 55% um einen Faktor überproportional repräsentiert. Eine marktentsprechenden Aussage wird im Sommer 1999 möglich sein. Sie dürfte um die 3,0 liegen.

Perspektive

Die obigen Zahlen entsprechen 45% der Leistungen einer idealen Maschine. Vor 10 Jahren waren es 35%. Kurz seien die wichtigsten Elemente mit grösstem Verbesserungspotential genannt:

T-Quelle und T-Heizung: Erhöhung der Temperatur der Wärmequelle, insbesondere bei den Erdsonden, und Senkung der Temperatur der Heizverteilung; Wärmeübergang: Verdampfer und Kondenser sind thermodynamisch komplexe Wärmetauscher; Kompressoren: Wirkungsgrad und Liefergrad erhöhen; Steuerung und Regelung: schlechte transiente Zustände vermeiden, Optimierung der Integration im Gebäude. JAZ von 4,5 bis 5,5 wurden schon in Pilotanlagen mit handelsüblichen Komponenten erreicht. Die Senkung des Wärmebedarfes durch eine gute Wärmedämmung und die intensive Nutzung von passiver Sonnenenergie verbessern noch die Eigenschaften. Eine Zunahme der JAZ von 50% bis 2000 ist durchaus realisierbar. Der Bereich Umgebungswärme/WKK des Bundesamtes für Energie setzt dafür zwei Drittel seines jährlichen Budgets von 6 Millionen ein.

Gehört die Wärmepumpe der Familie der erneuerbaren Energien?

Wie jedes System, welches erneuerbare Energie nutzt, braucht die Wärmepumpe auch nicht erneuerbare Energie. Für eine gegebene Dienstleistung sieht die Energiebilanz einer Wärmepumpe grundsätzlich ähnlich aus, wie bei einer solar-thermischen Anlage:

WP = erneuerbare Energie + Antriebsenergie + eventuell Zusatzenergie. Solar-thermisch = erneuerbare Energie + Antriebsenergie + Zusatzenergie. Nur die Grössenordnungen variieren je nach gewollter Dienstleistung. Betrachten wir zwei typische Dienste: die Warmwasseraufbereitung (WW) und die Raumheizung. Die aufgeführten Prozent-Zahlen verstehen sich als optimistische Grössen, welche mit handelsüblichen Komponenten erreichbar sind (siehe Tabelle 6).

Anteil in % der Nutzenergie WW solar / WP Raumheizung übliches Gebäude solar / WP Raumheizung Pilotgebäude solar / WP

Erneuerbare Energie 60..80 / 50 30 / 65 80..90 / 80

Antriebsenergie Mrz 50 Mrz 35 Mrz 20

Zusatzenergie 37..17 / 0 67 / 0 17..7 / 0

Total 100/100 100/100 100/100


Tabelle 6: Ähnlichkeit der Energieflüsse einer thermischen Solaranlage und einer Wärmepumpenanlage, für die Anteile erneuerbarer Energie, Antriebsenergie und Zusatzenergie. Betrachtet sind die Aufbereitung von Warmwasser (WW) und die Raumheizung. Für die Raumheizung werden ein heute übliches Gebäude nach SIA-Norm und ein Pilotgebäude mit Niedrigenergiebedarf (wie Minergie oder Öko-Bau) betrachtet.



Für die gleiche Dienstleistung braucht jedes System zur Nutzung erneuerbarer Energie auch nicht erneuerbare Antriebs- und Zusatzenergie. Ihre Herkunft spielt in jedem Fall eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Bestimmung des Erntefaktors. Zur Erinnerung: die Erzeugung von Raumwärme in bestehenden Gebäuden (zweite Kolonne) beansprucht die Hälfte des Nutzenergiebedarfes der Schweiz.

Schlussfolgerungen

Der Strom-Mehrbedarf von Elektrizität ist bis 2010–2015 durch die im Rahmen von Energie 2000 geförderten flankierenden Massnahmen gedeckt: Ersatz von Elektro-Heizungen, vermehrte Stromgewinnung in KVA und Einsatz von wärmegeführten Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK).

Nach den oben aufgeführten Leistungen im Feldeinsatz ist ersichtlich, dass die Wärmepumpen im Rahmen von Energie 2000 in jedem Fall eine bedeutende Reduktion des Primärenergieverbrauches und der CO2-Emissionen im Vergleich mit konventionell-fossilen Heizungen erzielen.

Die Kombination moderner Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen mit Wärmepumpen kann heute schon den CO2-Ausstoss um 20% reduzieren. Ihr Erntefaktor liegt deutlich über 1,0. Selbstverständlich ist die Kombination mit erneuerbarer Stromerzeugung die allerbeste.

Die Ausschöpfung der Verbesserungspotentiale um 2010–2015 wird die durchschnittliche JAZ der Wärmepumpen gegen 3,5 anheben. Zusammen mit dem fortlaufenden Ersatz älterer, ineffizienter, unrentabler Kraftwerke, zugunsten moderner, effizienter Systeme, sind dann die erreichbaren Werte den konventionellen Heizungen noch deutlicher überlegen. Der Erntefaktor dürfte dann über 1,5 liegen und die CO2-Reduktion etwa 50%.

Nach den vorgängigen Ausführungen gehören Wärmepumpen zweifellos zu den erneuerbaren Energien, weil ihre guten Energiebilanzen allein wegen der Nutzung der Umgebungswärme zustande kommen.






Bibliographie R. Frischknecht et al., Ökoinventare von Energiesystemen, 3e éd., EPF Zürich, 1996 E2000, Jahresbericht des Ressorts regenerierbare Energien, Liestal, 1996 R. Frischknecht, Der Einfluss des Strommodells auf die Umweltbilanz von Wärmepumpen, 1998 Feldanalyse von Wärmepumpenanlagen (FAWA), Zwischenbericht (wird im Sommer 1999 publiziert) Prognos AG, Energieperspektiven der Szenarien I bis III 1990–2030, Bern, 1996 F. Rognon, Ökobilanz von Wärmepumpen, Bern, 1996 M. Zogg, Maximale Primärenergienutzung und CO2-Reduktion mit Wärmepumpenheizsystemen, Oberburg, 1998.


Nützliche Adressen

Bundesamt für Energie, F. Rognon, 3003 Bern, Fax 031/323 25 00, E-Mail: fabrice.rognon@bfe.admin.ch

Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz FWS Informationsstelle, Postfach 298, 3000 Bern 16 Tel. 031/352 41 13, Fax 031/352 42 06

http://www.admin.ch/bfe: Alles über das Bundesamt für Energie und Energie 2000

http://www.infoenergie.ch: Alles über Pilot- und Demonstrationsprojekte inkl. Bestellung von Berichten

http://fws.ch: Alles über die Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz und ihre Aktivitäten

http://www.waermepumpe.ch/hpc : Informationen über die internationalen Aktivitäten des Bereiches Umgebungswärme des Bundesamtes für Energie

http://www.heatpumpcentre.org : Alles über die Aktivitäten der internationalen Energieagentur IEA über Wärmepumpen

http://www.wpz.ch: Alle Prüfresultate des Wärmepumpentest- und Ausbildungszentrums von Winterthur-Töss



Fabrice Rognon arbeitet im Bundesamt für Energie im Bereich Umgebungswärme/WKK. Diesen Artikel hat er geschrieben in Zusammenarbeit mit den Herren Prof. P. Suter, R. Frischknecht und P. Hubacher

12 Dec 2004
22:43:39
P.Hubacher
Life-cycle Costs, Links

Guten Abend, Zum Them Text und Links, viel Erfolg! L.Lercher


Zu den Anwendungsbereichen der Lebenskosten gehören ganz allgemein:

- Information bzw. Vorausberechnung der Baunutzungskosten mit Hilfe von Vergleichs- und Richtgrößen;

- Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von bestehenden Hochbauten, d. h. die finanzielle Auswirkung von baulichen Gegebenheiten, Lebensdauer, Nutzungs-möglichkeiten und Nutzungsziel;

- Kontrolle bei der Investitionsplanung und bei der Überwachung der Wirtschaftsführung bezüglich baulicher und technischer Anlagen;

- Entscheidungshilfe bei der Kostenplanung unter dem Aspekt der „Substitutionsmöglichkeit„ von Kosten (d. h. daß beispielsweise höhere Investitionskosten - bessere Materialien - geringere Folgekosten bedeuten: Längere Lebensdauer, leichtere Reinigung etc.).„ /8/


Die Rechnung mit Baunutzungskosten eignet sich also sowohl zur Vorkalkulation insbesondere der Folgekosten bereits in der Planung als auch zur Nachkalkulation im inner- oder zwischenbetrieblichen Vergleich von in der Nutzung stehenden Gebäuden oder Bereichen gleicher Nutzungsart. Dabei ist es erforderlich, die einschlägigen Normen und die Struktur der Kostenplanung (Gliederung, Bauelemente, Ausführungsarten) zu Beginn der Planung mit den daran Beteiligten abzustimmen.

Vor der Durchführung von Berechnungen sind deren Grundlagen festzulegen, hierzu gehören mindestens:

„- Preisbasis für Investitionskosten,

- Energiepreise für Wärme, Kälte und Strom (hierbei sind die jeweiligen gültigen Tarife der EVU zu erfragen), - Kosten für Reinigung (bei großen Projekten evtl. Angebote von verschiedenen Reinigungsunternehmen einholen),

- Nutzungsdauern,

- kalkulatorischer Zinssatz,

- Steigerungsraten für Betriebs- und Bauunterhaltungskosten,

- Intervalle für Bauunterhaltungskosten.„ /12/


Bauteile, Konstruktionen, Ausstattungen und Anlagen müssen in allen Phasen der Planung mit den anteiligen Baukosten und dem jeweiligen Folgeaufwand in Beziehung gesetzt werden können. Hierzu sind Kennwerte zu bilden. Als Bezugsmengen zur Bildung von Kennwerten und für die Ermittlung des Folgeaufwandes können vorzugsweise dienen:

- Grundflächen nach DIN 277 Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau /3/ (z. B. BGF, NGF, NF) oder nach anderen geeigneten Gesichtspunkten,

- Bauelemente und Anlagen in Verbindung mit dem jeweiligen Kosteneinfluß, z. B. Gebäudehülle aus Wand und Dach oder Installationselemente und Installationsgrad, gegebenenfalls unterschiedlich nach der Art der Nutzung, der Gebäudetiefe, der Geschoßlage, der Raumaufteilung und den Raumkonditionen,

- Nutzungsvorgänge oder Anzahl der Nutzer (z. B. Übernachtungen im Hotel, Mitarbeiter im Büro, Passagiere im Terminal) pro Zeiteinheit.


Für die Ermittlung der technischen Lebensdauer der Konstruktionen und Ausstattungen, und damit der Zeitintervalle von Maßnahmen, können, sofern keine Erfahrungswerte vorliegen, ersatzweise die in den Wertermittlungsrichtlinien (WertR ’91) angegebenen Lebensdauern von Bauelementen und Materialien (wenn auch mit Vorbehalt) herangezogen werden. /11/

Aufgrund der vergleichsweise kurzen technischen bzw. wirtschaftlichen Lebensdauer von Anlagen der Gebäudetechnik ist bei einer z. B. 50-jährigen Nutzung des gesamten Gebäudes und entsprechender Betrachtungsdauer von dem ein- bis mehrmaligen vollständigen Ersatz der Anlagen bzw. von Anlagenteilen auszugehen. Besonderen Beanspruchungen, insbesondere bei gewerblicher Nutzung wie Läden, Büros etc., unterliegen alle Elemente des baulichen Ausbaus (Fußbodenbeläge oder Wandoberflächen, Türen u. a.).

Obwohl in den ersten Jahren ab Nutzungsbeginn zunächst fast nur die Kosten für Verwaltung, Steuern und Gebäudebetrieb zu Ausgaben führen, sind dennoch im Hinblick auf den späteren Bauunterhalt deren durchschnittliche jährliche Kosten zu ermitteln und, soweit die tatsächlichen Ausgaben geringer ausfallen, in Höhe der Differenzbeträge Rückstellungen zu bilden. So ist es möglich, auch eine größere Maßnahme, z. B. eine neue Dachabdichtung nach 10 Jahren, frühzeitig zu berücksichtigten (Liquidität) und als Bauunterhaltung in Form jährlicher Kosten zu erfassen. Zur Sicherung der Nutzbarkeit und zur Werterhaltung von Gebäuden ist die geplante und vorbeugende Durchführung von Maßnahmen erforderlich, das heißt für den Betreiber des Gebäudes:

- nicht erst auf eingetretene Schäden reagieren, sondern durch regelmäßige Überprüfung und rechtzeitige Maßnahmen größere Schäden vermeiden und

- nicht die technische Lebensdauer der einzelnen Bauteile auszuschöpfen versuchen, sondern Maßnahmen zur Erhaltung planen und vor dem Eintritt eines Schadens durchführen (z. B. im Bereich der Dachentwässerung).

Ziel eines geplanten Bauunterhaltes (Termine und Maßnahmen) muß also sein:

- rechtzeitiges Erkennen der notwendigen Maßnahmen,

- zeitgerechte Bereitstellung der finanziellen Mittel (bzw. deren Beantragung), zeitgerechte Planung, Beauftragung und Durchführung der Maßnahmen (z. B. vor der Winter- oder Schlechtwetterzeit),

- Kostensicherheit und wirtschaftlicher Einsatz der Mittel,

- Vermeidung bzw. Reduzierung von Schäden und Nutzungsausfällen sowie

- Erhaltung wertvoller Bausubstanz.


Verfahren der Berechnung

Es gibt bei der Planung eines Gebäudes unzählige Situationen, die Entscheidungen notwendig machen. Zu den wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Planung gehören die Baukosten wie die Folgekosten. Wie aber lassen sich diese zusammenfassen oder wie lassen sich die unterschiedlichen Baukosten und Folgekosten von Planungsvarianten miteinander vergleichen?

Zur Lösung solcher Aufgaben sind die Verfahren der Investitionsrechnung hilfreich. Diese erlauben die Zusammenfassung aller Ausgaben - übrigens auch der Einnahmen - und so die Ermittlung eines Gesamtbetrages, z. B. als Barwert, oder von entsprechenden Jahreswerten, z. B. der jährlichen Kosten eines Gebäudes, aus Erstellung und Nutzung. Planungsentscheidungen können somit in Kenntnis z. B. des langfristigen Minimums aller Ausgaben getroffen werden.

Solche Modellrechnungen sind der Versuch, zahlreiche variable Faktoren auf einheitliche und einfache Größen zusammenzufassen. Während die Verfahren vergleichsweise einfach anzuwenden sind, ist die Berücksichtigung aller wichtigen Einflußgrößen und die Einschätzung langfristiger Entwicklungen um so schwieriger.

Bei langfristigen Betrachtungen spielen die voraussichtlich unterschiedlichen Preisentwicklungen z. B. der Bauleistungen für den Bauunterhalt oder der Energiekosten eine erhebliche Rolle. Entsprechendes gilt für die Entwicklung der Kapitalkosten (Zinsen) des im Bauwerk gebundenen Kapitals.

Einschränkend ist allerdings festzustellen, daß die Verfahren der Investitionsrechnung eine Beurteilung von Investitionen lediglich unter monetärem Aspekt (z. B. Kosten und Erlöse) erlauben. Im Regelfall wird eine Investition nur dann als vorteilhaft eingestuft, wenn sie die Wiedergewinnung der Anschaffungsauszahlungen und eine vom Investor als ausreichend angesehene Verzinsung des eingesetzten Kapitals erbringt. Ein Bauherr, der ausschließlich monetäre Ziele verfolgt, investiert nur dann, wenn er damit rechnen kann, daß er das investierte Kapital zurückgewinnt und dieses sich außerdem angemessen verzinst. Darüber hinaus sind natürlich weitere Gesichtspunkte zu beachten (Gestaltung, Umweltverträglichkeit, soziale Ziele).

Bei Anwendung der Investitionsrechnung müssen die folgenden drei prinzipiellen Größen, die in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen, berücksichtigt werden:

- Zahlungen (einschließlich Anfangs- und Endkapital),

- Zins (Zinssatz, Zinsfuß),

- Zeit (Anfangs- und Endtermin, Dauer).


Die Verfahren der Investitionsrechnung lassen sich danach gliedern, welche dieser drei prinzipiellen Größen bei der Vorteilhaftigkeitsbeurteilung im Vordergrund stehen.

Die sogenannten Hilfsverfahren der Praxis (statische Verfahren) rechnen mit jährlichen Durchschnittsbeträgen und berücksichtigen daher die Zeitstruktur der Zahlungen nicht oder nur unvollkommen. Demgegenüber gehen die finanz-mathematischen Verfahren (dynamische Verfahren) von Einzahlungs- und Auszahlungsströmen aus und betrachten sie bis zum Ende der Nutzungsdauer des Investitionsobjektes. Dabei können Unterschiede der Zahlungsbeträge im Zeitablauf berücksichtigt werden. Fragen der Verfahrenswahl wurden an anderer Stelle /9/ ausführlich behandelt und sollen hier nicht vertieft werden.

Die Anwendung der Kostenvergleichsrechnung, einem statischen Verfahren der Investitionsrechnung, stellt die einfachste Art der Ermittlung dar und entspricht begrifflich wie methodisch der Rechnung mit Baunutzungskosten. Dies schließt andere Verfahren jedoch nicht grundsätzlich aus.

Das Vorteilhaftigkeitskriterium der Kostenvergleichsrechnung sind die jährlichen Kosten der Baumaßnahme. Das Verfahren kann allerdings nur dann angewendet werden, wenn Nutzen oder Erlöse verschiedener Investitionen gleich sind oder nicht genau ermittelt werden können. Der Vergleich von Varianten mit unterschiedlicher Nutzungsdauer, z. B. eines Gebäudes mit einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren mit einem anderen von 50 Jahren ist dabei möglich, da für beide Varianten die Jahreskosten ermittelt werden und eben diese Gegenstand des Vergleichs sind.


Kostenvergleichsrechnung - Beispiel Außenwände A und B

Kostenart Berechnung Kosten pro Jahr _______________________________________________________________________

Abschreibung 180,00 DM/m² : 50 Jahre 3,60 DM/m² Kapitalkosten (Realzins 3%) 0,5 * 180,00 DM/m² * 0,03 2,70 DM/m² Energiekosten 6,50 DM/m² Bauunterhaltungskosten 15,00 DM/m² : 6 Jahre 2,50 DM/m² Kosten der Außenwand A 15,30 DM/m²


Kostenart Berechnung Kosten pro Jahr ________________________________________________________________________

Abschreibung 210,00 DM/m² : 50 Jahre 4,20 DM/m² Kapitalkosten (Realzins 3%) 0,5 * 210,00 DM/m² * 0,03 3,15 DM/m² Energiekosten 2,85 DM/m² Bauunterhaltungskosten 12,00 DM/m² : 6 Jahre 2,00 DM/m² Kosten der Außenwand B 12,20 DM/m²


Dieser bewußt einfach gehaltene Vergleich zweier Außenwände, zeigt alle notwendigen Angaben und ein gut nachvollziehbares Ergebnis (auf die Ermittlung der Baunutzungskosten im Zusammenhang mit dem Grundstück wird gesondert hingewiesen).

Worauf kommt es an?

- Die Abschreibungsdauer ist für das gesamte Gebäude bzw. für das einzelne Bauteil festzulegen, der Jahresbetrag (Abschreibung) wird durch einfache Division ermittelt (das Grundstück ist davon grundsätzlich ausgenommen).

- Bei der Ermittlung der Kapitalkosten wird die durchschnittlich halbe Kapitalbindung angesetzt, weil im Verlauf der Nutzung der Restbetrag für die Abschreibung und der Wert des Gebäudes gegen Null tendieren (beim Grundstück bleibt dagegen die volle Kapitalbindung bestehen).

- Bei der Verzinsung des gebundenen Kapitals ist die Nominalverzinsung (Grundlage der jährlichen Zinszahlung, z. B. 6% p. a.) um die allgemeine Teuerung (Inflation, z. B. 3% p. a.) zu bereinigen. Unabhängig von aktuellen Werten des Kapitalmarktzinses und der allgemeinen Teuerung kann für vergleichende Ermittlungen mit 3% Realverzinsung (langjähriges Mittel) gerechnet werden.

- Die Energiekosten sind zu schätzen und bezogen auf ihre langfristige Entwicklung als Durchschnittswerte anzugeben (besonders schwierig).

- Für die Kosten des Bauunterhalts sind die Kosten der einzelnen Maßnahme gegebenenfalls abweichend von der im Neubau zu schätzen. Die Abschreibungsdauer entspricht dem Zeitintervall der Maßnahmen.

- In der Rechnung nicht enthaltene Gesichtspunkte wie Gestaltung, Umwelt-verträglichkeit u. a. der Varianten sind argumentativ zu berücksichtigen.

Ermittlungen für ein vollständiges Gebäude unterscheiden sich grundsätzlich von dem einfachen, oben gezeigten Beispiel nicht; nur das Grundstück ist hinsichtlich der Kapitalkosten (vollständig und für die gesamte Nutzungszeit) und der Abschreibung (entfällt) zusätzlich zu berücksichtigen.


4. Praktische Erfahrungen - ein Beispiel

Die Ermittlung der Baunutzungskosten kann sowohl für die Vorbereitung der Planung hilfreich sein, die Planung begleiten als auch der Optimierung der Nutzung von Gebäuden dienen. Der Verfasser hatte im Jahr 1998 Gelegenheit, an der Auslobung und Vorprüfung eines internationalen Architektenwettbewerbes mitzuwirken und hierbei die Ermittlung nicht nur der Baukosten, sondern auch die der Folgekosten zu koordinieren. Es handelte sich um ein Passagierabfertigungsgebäude für einen Verkehrsflughafen (vgl. Literatur /7/).

Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit (Baukosten und Folgekosten) wurde auf der Grundlage des Raum- und Funktionsprogramms ein Modell entwickelt, welches als Null-Variante bezeichnet wurde. Die Ermittlungen anhand der Null-Variante umfaßten die Baukosten bezogen auf

- Tragwerk mit Gründung (Kennwert zur BGF, Beurteilung des statischen Systems),

- Fassade und Dach (Kennwerte zu offenen und geschlossenen Flächen),

- nichttragende Innenwände (Kennwerte zu BGF und Flächenart),

- nichttragende Konstruktionen der Decken (Kennwerte zu BGF und Flächenart),

- Technische Anlagen (ohne Förderanlagen, Kennwerte zu BGF und Flächenart),

- Förderanlagen (Fahrsteige nach Länge, Rolltreppen und Aufzüge in Stück)


sowie über unterschiedliche Bezugsgrößen (BGF, BRI, Nutzer) die Folgekosten für

- Gebäudereinigung,

- Abwasser und Wasser,

- Wärme, Kälte und Strom sowie

- Bauunterhalt.


Von Interesse sind in diesem Zusammenhang die Folgekosten, deren Kosten in diesem wie in anderen Fällen von der Art der Nutzung, der Intensität der Nutzung und von der Planung abhängen. Es lagen Erfahrungswerte von mehreren Verkehrsgebäuden vor. Die Informationen wurden dahingehend überprüft, ob sie gemäß DIN 18960 Baunutzungskosten sachlich richtig zugeordnet waren und somit in die Berechnungen eingehen durften. Dies war notwendig, weil erfahrungsgemäß häufig

- Betriebskosten mit anderen Kostenarten zusammengefaßt oder nicht je Gebäude einzeln erfaßt werden und auch

- Bauunterhaltungsmaßnahmen (in der Praxis leider) nicht immer von Neu- und Umbaumaßnahmen getrennt werden bzw. auch nachträglich ohne weiteres zu trennen sind.


Der Aufwand für 5.1 Gebäudereinigung ist bei Verkehrsgebäuden vergleichsweise hoch, kann jedoch durch die Planung durchaus beeinflußt werden. Es wurden Rahmenwerte in drei Klassen (einfache, durchschnittliche, schwierige Bedingungen) für die Reinigungsarbeiten aufgestellt und mit unterschiedlichen Kosten-Flächen-Kennwerten belegt. Die Planunterlagen waren zu beurteilen hinsichtlich:

- Böden: Befahrbarkeit (Reinigungsmaschinen), Größe und Geometrie der Flächen sowie Hindernisse (z. B. Stützen) und Art des Bodenbelages (Gumminoppen-, Teppich- oder Steinbelag); Reinigung täglich,

- Fassaden: Material und Konstruktion, Anteil der Glas- und Sonnenschutzflächen, Zugänglichkeit der Flächen über Putzbalkons, Fassadenreinigungsanlagen, Leitern, Gerüste oder Hubwagen; Reinigung zweimal jährlich.

Die Mengen bzw. Kosten für 5.2 Abwasser und Wasser sind, von der Dachentwässerung abgesehen, direkt vom Passieraufkommen (Intensität der Nutzung) abhängig. Die Gebäudeplanung hat zum Zeitpunkt des Architektenwettbewerbes einen eher geringen Einfluß auf die Kosten (Dachfläche). Die Mengen wurden auf der Grundlage der vorliegenden Verkehrsprognose (Anzahl Passagiere) berechnet.

Für 5.3 Wärme und Kälte sowie 5.4 Strom erfolgte eine Energiebedarfsberechnung auf der Grundlage von Marktpreisen, die Frage der Energiearten bzw. der Eigen- oder Fremderzeugung wurde zurückgestellt. Für die Ermittlung des Energiebedarfs wurden die folgenden Unterscheidungen und Annahmen (k-Wert) bezüglich der Gebäudehülle, insbesondere der Fassade, getroffen:

- Anteil der Hülle als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Verglasung (k-Wert 1,7) und

- Anteil der Hülle als geschlossene Fassade, gedämmt (k-Wert 0,4) sowie

- Dachausbildung entsprechend der geschlossenen Fassade,

- Mengenermittlungen der Fassade nach Himmelsrichtungen getrennt.


Die Kostenart 6. Bauunterhaltungskosten wurde über Prozentsätze (Gliederung entsprechend der Ermittlung der Baukosten) geschätzt. Die Erfahrungswerte waren bei den zur Verfügung stehenden Vergleichsobjekten nicht ohne Korrekturen auf die neuen Ermittlungen übertragbar. Die Betreiber hatten die Kosten für Bauunterhalt, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen nicht in allen Fällen unterschieden und entsprechend dokumentiert. Bei verschiedenen betriebstechnischen Anlagen, z. B. Gepäcksystem, mußte festgestellt werden, daß in den Verträgen mit den Fachfirmen die Leistungen von 5.6 Wartung und Inspektion sowie 6. Bauunterhaltskosten unter Instandhaltung zusammengefaßt worden waren.

Die Null-Variante diente somit als Grundlage für

- die zur Vorbereitung des Wettbewerbes erforderlichen Untersuchungen (Datenerhebung, Arbeitsunterlagen, Ermittlungsschritte)

- die Kostenermittlungen (Baukosten, Folgekosten) für alle Wettbewerbsarbeiten,

- die vergleichende Beurteilung der Wirtschaftlichkeit sowie

- die anschließende Überarbeitung ausgewählter Beiträge.


Das Beispiel zeigt, daß bereits in der Vorbereitung der Planung Werte für die Folgekosten zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ermittelt werden können, auch wenn dazu zahlreiche Annahmen notwendig sind. Wichtiger als die Genauigkeit der Daten ist allerdings m. E. das Bewußtsein für die Bedeutung der Folgekosten (Baunutzungskosten) für die gesamte Planung.


Schlußbemerkung

Es ist zu hoffen, daß das in den letzten Jahren stärker gewordene Interesse an neuen Methoden wie z. B. dem Facilities Management einerseits, als auch die zu erwartende Diskussion über die neue DIN 18960 - 1 Nutzungskosten im Hochbau zu einer Weiterentwicklung und Verbesserung der Grundlagen beiträgt.

Unverzichtbar ist, darauf aufbauend, die verbesserte und umfangreiche Erhebung von Daten nach einheitlichen Regeln und über längere Zeiträume. Eine zentrale Einrichtung sollte bundesweit die Erhebung und Verbreitung dieser Informationen für alle Interessierten ermöglichen. Für die Ermittlung und Auswertung der Baukosten leistet ja das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern bereits vorbildliche Arbeit /1/. Warum nicht auch für die ebenso wichtigen Folgekosten?

Unabhängig davon muß jeder, der Kennwerte aufstellt oder von anderen übernimmt, darauf achten, daß die Qualität der Informationen sichergestellt ist. Denn Daten führen nur dann zu brauchbaren Ermittlungen, wenn

- bei Erhebungen die Baunutzungskosten von anderen Kosten klar erkennbar abgegrenzt werden (z. B. erkennbare Unterscheidung des Bauunterhaltes bzw. der Instandhaltung von Umbaumaßnahmen),

- Daten nach einheitlichen Regeln, z. B. Meßvorschriften, erhoben werden (z. B. Bezug von Reinigungskosten für Bodenbeläge auf eine einheitlich Flächenart wie die Netto-Grundfläche),

- alle Kostenangaben indiziert werden (z. B. Kostenstand 3. Quartal 1998) und über Indexreihen aktualisiert werden können,

- Kostenkennwerte durch eine für die Kostenverursachung geeignete Beschreibung ergänzt werden (hierzu gehören Angaben wie: Wärmedämmung der Fassade, Anforderungen hinsichtlich des Raumklimas, Angaben zur Nutzungsintensität, Angaben zu Energieverwendung und -verbrauch),

- Informationen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und eine statistisch sichere Anwendung erlauben.




Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern GmbH, Stuttgart, Hrsg. von u. a.: BKI Baukosten 1998 - Teil 1: Kostenkennwerte für Gebäude, erscheint jährlich in aktualisierter Fassung

Siegel, Curt und Wonneberg, Ralf: Bau- und Betriebskosten von Büro- und Verwaltungsgebäuden - Eine Auswertung der Daten von 110 ausgeführten und in Betrieb genommenen Gebäuden, Bauverlag GmbH Wiesbaden


LIFE-CYCLE COST.

Life-cycle cost (LCC) means the total costs of owning, operating, and maintaining a building over its useful life, including its fuel and energy costs. LCC is determined on the basis of a systematic evaluation and comparison of alternative building space-conditioned systems. In the case of leased buildings, the life-cycle cost should be calculated over the effective remaining term of the lease


http://www.geoexchange.org/dsgntool/lccdes.htm

http://www.geoexchange.org/../cases/cs0071.htm

http://www.elitesoft.com/web/hvacr/elite_life_info.html

http://www.e-architect.com/pia/cae/casestudies/home2.asp


EUN/APEM TRAINING SERIES Energy-Minded Preventive Maintenance Management

By KENNETH T. SPAIN Kenneth Spain is a senior research associate with the Johnson Research Center of the University of Alabama in Huntsville. He is project manager for IdEA$, the industrial energy advisory service that provides technical services to help Alabama industries and industrial end users reduce energy costs. Spain was recognized by the Association of Energy Engineers as the 1995 Energy Engineer of the Year.


The EUN/APEM Energy Management Training Series is designed to provide nonspecialists with an introduction to the fundamentals of energy management.


The less proactive maintenance management mantras often define energy systems maintenance as "that which is deferred or ignored until it becomes a problem." This conventional "if it ain't broke, don't fix it" wisdom is reactive maintenance, fixing problems after they occur, or after they become an emergency. Conversely, preventive style of maintenance heads off problems before they occur; moreover, "if it ain't fixed, you might go broke." It involves regularly scheduled procedures of inspecting, testing, and reconditioning to delay system deterioration and prevent early equipment failure.

Economics of Maintenance and Energy Energy is by far the largest component of the total life cycle cost of most energy-using systems. Furthermore, while energy cost may be a distant second to labor expenses as a component of total annual operating costs, it is commonly has the largest potential for significant savings. Maintenance cost usually follows as a close third in rank, yet tends to be the first area where budgets are cut when money is tight. Budget cutting frequently results in deferred maintenance, a strategy that leads to additional energy use and reduced equipment life, followed by capital costs, then maintenance. Deferred maintenance expenditures as a result of short-term budget issues can incidentally result in an increase to the two largest components of the life cycle cost.

Preventative maintenance is essential to prevent an energy system from using more energy than necessary; keep the system effective in doing its intended job; prevent problems that can lead to reduction in productivity; and help prevent early equipment failure.

There are four basic ways to reduce energy costs that apply to all energy production, distribution, and end-use categories: reduce the price of the purchased energy; reduce operating hours of the energy-using equipment; reduce the load or the need for energy; and increase the operating efficiency of the energy-using equipment. Maintenance of energy-related systems is necessary to ensure that expected energy cost savings are actually achieved. Any situation where maintenance has been deferred is a new opportunity for energy cost savings as a result of corrective maintenance action.

How to Implement a Maintenance Program The following steps are recommended for implementing an effective energy systems maintenance program.

Assess Existing Condition and Correct Deficiencies: A complete audit of existing facilities and equipment should be conducted to identify where operation and maintenance (O&M) deficiencies exist and to recommend specific corrective action. Energy and productivity savings will normally justify the cost necessary to implement recommended O&M changes. For assistance in learning how to conduct an energy audit, refer to the January 1996 "Energy Auditing" training module.

Compile Complete Documentation on Existing Equipment and Facilities: All pertinent drawings of building systems and equipment should be compiled. Original design criteria, specifications, and drawings-both design and as-built-should be included. Manufacturers' manuals, specifications, warranties, and nameplate data should be obtained for all energy-using equipment. This should include sufficient information to safely operate, inspect, maintain, troubleshoot, and repair (or decide to repair) equipment. Replacement and repair part lists, ordering information, installation records, modifications, routine maintenance, and repairs also should be compiled.

Establish a Preventive Maintenance Program: Manufacturers' recommendations and past experience should be used as your primary guides to establish a program of routine and preventive maintenance actions for energy-using systems.

Identify the frequency of maintenance as well as labor and material resources needed to accomplish the maintenance action. Recognize the tradeoff between the benefit of more frequent maintenance versus the overall benefits of the maintenance actions. As with any area of work, too much of a good thing can be a bad thing. On one hand, the more frequent the maintenance, the greater the probability that equipment will operate efficiently and that problems will be identified quickly or prevented. On the other hand, the more often a piece of equipment is maintained, the higher the cost of maintenance and the greater the probability of accidental misadjustment. Somewhere a balance has to be found. Rather than simply defining a calendar time frequency for maintenance action, the ideal situation would be to base maintenance on runtime, change in energy use, change in performance, or some other significant measurable parameter.

A good maintenance management software package can be invaluable in organizing the scheduling, record-keeping, and reporting needed to implement a preventive maintenance program. Consider including long-term maintenance as a deliverable in an energy-savings performance contract; good maintenance practice is critical to a performance contracts success and achievement of expected savings (please see this month's Special Report on page 14).

Create and Maintain a Well-trained Staff: The long-term success of a new maintenance philosophy depends upon proper training and motivation of the personnel assigned to implement the program. Invest in training for maintenance staff on energy awareness, operation, maintenance and repair of energy-using systems, and energy accounting and reporting. Training should be designed or selected to meet the needs of individual staff members and to support the overall goals of the energy system maintenance program. Some equipment vendors may offer training at no additional cost as a part of their business of supplying equipment and replacement parts over time.

Monitor and Report Maintenance Progress and Energy Use: Create reports tailored to the information needs of every level of management and O&M staff. A maintenance management program will produce needed equipment and maintenance tracking reports. Energy accounting software provides the capability to track energy use and report true avoided costs resulting from maintenance actions and capital improvements. See the February 1996 training module on "Energy Accounting and Analysis" for more information about establishing an energy accounting system.

General Suggestions for Maintenance Actions Without consideration to specific end-use equipment or functional area, most energy system maintenance actions could be derived from the following common sense guidance:

Fix leaks promptly. Regularly clean heat transfer surfaces and replace filters. Periodically verify schedules, set points, and proper operation of controls. Follow manufacturers' and designers' recommendations for routine maintenance. Inspect and monitor equipment operation. Keep good records of all operation and maintenance data. Fix minor problems before they result in need for major repairs. If major repairs are required, consider the economic benefit of replacing with more efficient equipment before deciding to repair. Examples of specific maintenance guidance by functional area follow:

Primary Utilities: Primary utilities-such as electricity, natural gas, fuel oil, or coal-are usually purchased from a utility company. Even though they are not energy utilities, water and sewer may impact the cost of operating energy-using systems and are frequently in the domain of the energy manager.

Electric system components include transformers, conductors, switchgears, and distribution panels. These systems should be evaluated for voltage imbalance or deviation, loose connections, or self-heating. Power factor charges on electric bills should be monitored and minimized by correcting problems caused by low power factor or by use of capacitors to offset the reactive power. Any possible problems with the electric billing meter should be brought to the attention of the servicing utility for corrective action.

Distribution systems for piped utilities should be checked for leaks regularly. A leak on the customer side of the natural gas meter represents both an energy cost as well as a safety problem. Leaks in buried water lines or leaking valves or fixtures may go undetected for a long time unless there is a program of regular maintenance inspection.

Secondary Utilities: Secondary utilities are energy sources such as steam, chilled water, or compressed air that may be centrally generated and distributed throughout the facility to supply energy to end-use equipment. Boilers, chillers, air compressors, and their associated distribution systems represent a tremendous opportunity for energy savings in many industrial facilities. There are many maintenance-related questions to ask, including the following: Is the distribution system efficient? Are leaks under control? Are hot or cold lines properly insulated? Are steam traps working properly? Are dead-end lines eliminated? Is piping properly sized to minimize restrictions? Is the boiler, chiller, or air compressor properly adjusted, maintained, and operating at peak efficiency? Are distribution temperatures and pressures minimized to those needed to satisfy the load-and perhaps increase safety-thereby increasing the efficiency of the boiler, chiller, or air compressor? Is the steam condensate being captured and returned? Is the water treatment program well planned and managed to keep blowdown reasonable? Does the compressed air system use outside air to reduce temperature and increase efficiency?

Building Envelope: The building envelope includes the ceilings, walls, windows, doors, and floors that separate the outside from the inside environment. Note the type of construction, insulation levels, and condition of the building envelope components, especially those components that separate conditioned from unconditioned environment. Look for opportunities to reduce the load or need for HVAC conditioning by minimizing thermal conduction and air infiltration. Some pertinent maintenance questions include the following: Are there leaks or openings in the building envelope that could be sealed? Does insulation need to be replaced or added? Are doors and windows properly caulked and weather-stripped? Do they operate properly? Are conditioned areas separated from unconditioned areas with doors, plastic strip curtains, or air curtains, and are these devices being properly used?

HVAC&R Systems: The heating, ventilating, air-conditioning, and refrigeration system consists of all equipment used to condition, cool, or ventilate an indoor environment. Energy costs may be 70 percent to 80 percent of the annual operating cost of HVAC systems and 30 percent to 50 percent of the life cycle cost. Capital costs of HVAC equipment are a major component of life cycle cost; therefore, any deferred maintenance that results in shortened equipment life becomes a significant economic problem. Neglected maintenance that results in reduced worker productivity or even worker illness is both a major economic loss and a potential liability problem. A small reduction in worker productivity can quickly erase the benefit of large energy savings.

All HVAC equipment should be inventoried and their conditions noted. Note what areas are served by the equipment and how it is controlled. Verify that the operating schedule of the system corresponds to the occupancy of the facility. Find out if the time clocks or energy management control systems are properly functioning and set to proper times and schedules. Ask if thermostats are functioning and set properly to maintain productivity and comfort while minimizing energy. Investigate if the proper amount of ventilation air provided to meet the American Society of Heating, Refrigerating, and Air Conditioning Engineers' (ASHRAE) standards for indoor air quality and if dampers are functioning properly and being regularly lubricated and tested.

Regular HVAC maintenance is necessary to maintain proper system balance, help prevent poor indoor air quality, maintain occupant comfort, and prevent excess energy use. High quality air filters should be used and should be replaced regularly according to ASHRAE guidance. Heat transfer surfaces, air handlers, and ducts should be periodically inspected and thoroughly cleaned when necessary. Duct leaks should be repaired using a high-quality mastic designed for that purpose. Refrigerant charge should be checked and any leaks promptly repaired. But keep in mind that an overcharged system uses excess energy just like an undercharged system.

Lighting Systems: Lighting systems consists of lamps, ballasts, fixtures, and controls necessary to provide adequate illumination for the visual task. Skylights, windows, and interior building surfaces all interact with the lighting system and affect its performance. Maintenance record keeping should include an inventory of lighting equipment by space, recording the type of fixture, lamp and wattage, ballast, and controls. Annually measure illuminance at the task and note for comparison with the recommended illuminance published by the Illuminating Engineers Society of North America (IESNA).

Energy is about 80 percent to 90 percent of the annual cost and 65 percent to 85 percent of the life cycle cost of operating a lighting system. While the capital, annual maintenance, and lamp replacement costs of the lighting system can be significant, energy is by far the largest component. Therefore, decisions should be made based on life cycle costs. Ensuring that the lighting system operates at peak efficiency is key to maximizing the performance of the system.

When putting together a lighting system, designers must take into account both recoverable and non-recoverable light loss factors. This helps ensure that the maintained illuminance remains at or above the desired level. Since light output decreases over time, this means that the space is usually over illuminated for much of the system life cycle.

Recoverable light loss factors are lamp lumen depreciation, luminaire dirt depreciation, room surface dirt depreciation, and lamp burnout factor. These factors are multiplied together to determine the total lumen depreciation. With typical inputs, it is predicted that a system will perform at 50 percent to 60 percent of its original useful light output after several years of operation. Energy use would decrease as a result of unattended lamp burnouts. This drastic reduction in performance with little or no associated reduction in energy use means that the efficiency declines over time.

Maintenance in the form of periodic cleaning of surfaces and group replacement of lamps can be used to keep the system operating near peak output and efficiency. Incorporating improved maintenance practices into lighting retrofit projects can allow for reduced initial lumens and system power while resulting in the same maintained illumination. Group relamping at about 70 percent of the average rated life of lamps turns out to be the approximate economic replacement point. Although the number of lamps purchased and disposed of will be greater than with spot replacement, labor will be reduced resulting in a net total savings to the maintenance budget. Furthermore, group relamping provides a scheduled opportunity to clean fixtures and ensure success of the lighting maintenance strategy.

Since lamps-except for occasional burnouts-may not be replaced for three to four years in a group strategy, it is important to carefully budget for the replacement expenses. The replacement interval in years can be calculated by dividing useful operating life in hours (70 percent of rated life) by annual operating hours. For example, given a rated life of 28,000 hours-at 11 hours per start-and annual operation of 3,500 hours, lamps would be group replaced every 5.6 years (28,000 x 0.70 / 3,500). When operating hours are uncertain, a rule of thumb to determine when to replace fluorescent lamps is to purchase 10 percent more lamps for spot replacement stock. According to fluorescent lamp mortality curves, the point at which 10 percent of the lamps have failed is about 70 percent of the rated life. When your last spot replacement lamp has been installed, it's time to group relamp.

With the development and application of new lamps and ballasts comes additional complexity of operation and maintenance. For general guidance regarding troubleshooting of different lamp and ballast types, consult the "Lighting Maintenance" chapter of the IESNA Lighting Handbook. For specific guidance, refer to manufacturers technical literature or consult a qualified lighting consultant or contractor.

Electric Motors: Electric motors are a subcomponent of many energy-using systems. Considering all areas of electricity end-use, motors account for about 50 percent of all electricity used in the U.S. Energy cost is 90 percent to 95 percent of the life cycle cost of an electric motor. Inventory all motors one horsepower (hp) and larger, noting motor size, nameplate data, operating hours, age, and drive system type. Verify motors are operating properly and without excessive vibration or heat. Motors should be lubricated according to manufacturer recommendations. Over lubrication can be just as detrimental as under lubrication. The drive system should be properly adjusted. Standard V-belts may be replaced with grooved belts or cogged belts to reduce drive system losses. An optical tachometer or electrical tester can be used to estimate the load on the motor.

Motors are usually sized to operate at 65 percent to 100 percent load. Motors loaded less than 40 percent should be evaluated for possible replacement with properly sized motors to increase the operating efficiency and power factor. When motors fail, decisions regarding replacement or repair should consider energy and other operating costs, not just initial cost. For older, 40-hp or less motors that have high operating hours, replacement with energy-efficient motors on failure is always cost-effective. For standard motors less than 15 hp, it is almost always cost-effective to replace rather than repair. When rewind cost exceeds 50 percent to 65 percent of the cost of a new energy-efficient motor, purchase the new motor. Also, many working standard efficiency motors can be cost-effectively replaced with high-efficiency motors. MotorMaster+ software from the U.S. Department of Energy Motor Challenge program is an excellent tool to establish a computerized motor inventory and support repair versus replacement decisions.

In conclusion, proper maintenance of energy-using systems is an important part of an effective energy management program. Implementation of a well designed program of scheduled and preventive maintenance will help minimize total life cycle costs by keeping equipment operating efficiently and effectively while extending equipment life. Failure to properly maintain equipment may save a few dollars on this year's budget, but will cost more in the long run and may contribute to a decrease in productivity, which can be a huge, and sometimes hidden, cost.

http://www.energyusernews.com/1197test.htm

Bücher: HVAC CONTROLS: OPERATION & MAINTENANCE SECOND EDITION By Guy W. Gupton, Jr. In the eight years since the publication of the first edition of this book, there have been quantum changes in the automated temperature control (ATC) industry due to the widespread and growing use of direct digital control (DDC) systems. The fully updated second edition fully addresses these technology changes, from equipment characteristics and operation, to troubleshooting and maintenance, to training of operating and maintenance personnel. The full range topics pertinent to the effective operation of all types of HVAC control systems currently in use today are explored, including equipment-to-control interactions, control system set-up and functions, local loop to building automation system interfaces, performance prediction and assessment, operational parameters, and maintenance and testing. ISBN: 0-88173-221-46 x 9, 327 pp., Illus., Hardcover, $79.00


WHY IS IT NECESSARY TO PERFORM BUILDING SIMULATION? WHO CAN BENEFIT FROM BUILDING SIMULATION? WHAT ARE THE AVAILABLE SIMULATION PROGRAMS? HOW TO CHOOSE A SIMULATION PROGRAM? HOW TO PERFORM BUILDING SIMULATION? WHERE TO GET RELATED INFORMATION? WHAT IS THE ROAD AHEAD?

WHY IS IT NECESSARY TO PERFORM BUILDING SIMULATION?

Approximately one third of primary energy supply is consumed in buildings. Buildings are consequently a primary contributor to global warming and ozone depletion. From the oil embargo in 1973, building energy efficiency has become one of the world's major concerns. As lighting, heating, ventilating and air conditioning of spaces consume most of the building energy, it is vital that thermal performance of buildings and mechanical systems is well understood and optimized in order to achieve energy efficient buildings (EEB). The tool available to architects, engineers, designers, and managers concerned with energy conservation is computer based building simulation [1, 2].

Computer applications in building design can be categorized into three groups: (1)computerized documentation; (2)computer aided drafting; and (3)computer based calculation and simulation. Today, the first two applications are very popular, which often use personal computers to produce technical documents and drawings. The last application often includes the prediction of peak energy demand for sizing HVAC systems, equipment and plants. Computer aided documenting and drafting indeed improve the working efficiency of building designers, but have hardly impact on building performance. Only computer based simulation can improve building energy efficiency.

Building simulation started in 1960s and became hot topics of 1970s from the energy research community. During these two decades, most research works related to studies of fundamental theory and algorithms of load calculation, which resulted in some simplified methods, e.g., degree-day method, equivalent full load hour method, and bin method, to predict the energy consumption of buildings, and some detail methods like weighting factors to predict peak cooling load. Building simulation was expected to lower building energy consumption upon this period. Although the past of oil crisis in 1970s lessens the motive for energy efficiency, building simulation received growing attention during the 1980s due to the quick advance of computer technology. US Department of Energy funded more than one billion US$ for solar energy R&D projects from 1970s to early 1980s. Actually many popular detailed building and HVAC systems simulation programs (BSP) like DOE-2 [3], ESP [4] and TRNSYS [5] stand for the achievements of this period. Despite the availability of BSPs, they were rarely employed in building design practice because of their hard-to-use and high-cost-to-use. The coming of 1990s reveals two important trends: the first is the widespread use of cheap powerful personal computers; the second is the global concerns of sustainable human settlement, which calls for green buildings that create healthy and comfortable built environment with less energy consumption and less negative impact on the ambient. The design of green buildings makes the application of building simulation a must rather than a need. Thus, BSPs become routine design and analysis tools. Review of building load/energy simulation can be found in some papers like [6-9]. It can be seen that the early 1990s is the real starting point to move BSPs from research community into design community, from the hands of scientists to the hands of professionals.

The energy requirements of a building depend not only on the individual performance of the envelope components (walls, windows, roofs), the HVAC systems, and the lighting systems, but also on their combined performance as a system within a unique building. It is estimated that energy savings exceeding 50% can be achieved through careful energy efficient design. There is no way that complex designs could be attempted without using computer based building simulation techniques. Also, it is now possible to carry out sophisticated environmental simulations that were not possible a few years ago.

Before the computer based building simulation, architects and mechanical engineers have to design a building and its mechanical systems based on their professional rules of the thumb, which often lead to oversized design and poor energy performance. Now with BSPs, architects and engineers can apply, extend and refine their expertise. Thus some passive design options and energy efficient technology can be applied in every building design project not just the demonstration projects. Building simulation can not only help architects and engineers to test their ideas but also help them to popped new ideas.

In recognition of the significance of energy use in buildings, IEA (International Energy Agency) have funded wide R&D activities in building sector. Started with the first Annex in 1977, IEA Energy Conservation in Buildings and Community Systems (ECBCS) has now 34 IEA-ECBCS Annexes aiming at initiating research and providing an international focus for building energy efficiency. Tasks are directed at generic energy saving technologies and activities that support their application in practice. Results are also used both nationally and internationally to develop relevant standards and guidelines. Within these annexes, building simulation has been one of the key technologies that help construct future buildings, which are more energy efficient, more health responsive, and more environment friendly.

WHO CAN BENEFIT FROM BUILDING SIMULATION?

The use of computer simulation by building professionals is now considered commonplace. Building simulation can be applied in the life cycle of a building, including design, construction, operation, and management.

1 Popular applications include Building heating/cooling load calculation (peak energy demand and its profile) Building load is the criteria to select and size HVAC equipment, systems, and plants.

2 Building energy performance analysis By analyzing the annual building energy consumption, optimal design of a building and its mechanical systems can be realized, and energy budget can be well estimated for making energy policy. Furthermore, energy innovative strategies like new HVAC systems, heat recovery system, and thermal storage system can be evaluated.

3 Building energy management and control system (BEMCS)design BEMCS plays the role to operate and control a building and its facilities, to supply the required lighting, heating and cooling energy through mechanical systems to spaces with minimum waste. With BEMCS, some energy efficient control strategies like enthalpy control and optimal start/stop control can be investigated and applied. BEMCS can help to realize the potential energy efficiency of a good building design. Current BEMCS analysis has concentrated on providing guidelines for selecting appropriate systems, the development of management rules, diagnostic and fault detection techniques, and the evaluation of emulation methods.

4 Building regulations/codes/standards compliance checking Which helps to check if the designed buildings compile with the current regulations, codes or standards for energy audit, envelope insulation, indoor overheating, surface condensation, daylighting level, etc.

5 Cost analysis Which can provide detailed analysis of life cycle cost (LCC) of a building. LCC is the best way to evaluate a building design.

6 Passive design features study Which can investigate the technical and economical feasibility of passive design options such as daylighting, evaporative cooling, earth cooling, night ventilation, solar heat collectors, windows shading, trombe walls, transwalls, phase change material walls, roof pond, and movable insulation.

7 Computational Fluid Dynamics (CFD) CFD is widely used in the study of global warming, urban climate, microclimate, building ventilation, indoor air quality, indoor and outdoor thermal comfort, fire safety, and smoke extraction. Detail discussion of CFD applications in the design and analysis of building and HVAC systems is beyond the scope of this paper. Readers can find CFD related publications like Chen's papers [10-12].

Computer survey by the Construction Industry Computing Association (CICA, UK) shows that up to 85% of the building services design use computers [13, 14]. Software for technical and design applications includes: pipework design (hot and cold services, pipework sizing, fluid dynamics, and heat emissions), drainage (design of drainage systems, soakaway design, stormwater flow, manhole and pipeline schedules), other pipework (sprinkler systems and rainwater gutter sizing) and energy consumption (U-value calculation and envelope analysis, analysis of domestic fuel use, thermal and comfort analysis and analysis of energy consumption and cost).

VisualDOE (Eley Associates, USA) shows how it can help building professionals.

WHAT ARE THE AVAILABLE SIMULATION PROGRAMS?

Building simulation programs can be grouped into two categories: design tools (DT) and detailed simulation programs (DSP).

Design tools are more purpose specific, they are often used in the early design phases because they require less and simpler input data. DTs are easy to develop and test, so their quantity is large, many of them are in-house, while some of them are public domain. DTs are very useful in the compliance checking of prescriptive building regulations.

Detailed simulation programs often adopt complex methods such as finite difference, state space, and weighting factors (thermal response factors) for building load/energy calculation on the basis of hour-by-hour (sometimes even minute-by-minute), and zone-by-zone to reveal the complete dynamic interaction between all thermal-based elements associated with comfort and energy consumption, including the building envelope, HVAC systems, lighting, and control devices. Thus, optimal design and operation of a building and its facilities can be achieved. DSPs are also useful in the compliance checking of performance based building regulations.

Although there are lots of DTs and DSPs used in building design, only few of them are public domain and used worldwide. Table 2 lists some programs that joined IEA-ECBCS Annex 1, 4, 12 &21. Several popular DSPs are

DOE-2 DOE-2 is a public domain program that performs an hour-by-hour simulation of a building's expected energy use and energy cost given a description of the building's climate, architecture, materials, operating schedules, and HVAC equipment. DOE-2 has been supported by the US Department of Energy (DOE), and has its origins in the Post Office program written in the late 1960s for the US Post Office. DOE-2 is widely used in the United States and 42 other countries to design energy-efficient buildings, to analyze the impact of new technologies and to develop energy conservation standards. DOE-2 was developed by the Simulation Research Group at Lawrence Berkeley Laboratory (LBL), it was first released in 1979 and the latest Windows based version PowerDOE was available in 1996. There are several commercial variant versions of DOE-2 like VisualDOE (Eley Associates) and EZDOE (Elite Software), which utilize the DOE-2 calculating core and provide graphical user interface for the user to prepare input and browse results. DOE-2 has been integrated into COMBINE.

ESP ESP (Environmental System Performance) is a public domain transient energy simulation system capable of modelling the energy and mass flows within combined building and plant systems. ESP was developed during 1977 to 1984 by Energy Systems Research Unit at University of Strathclyde. The ESP-r is the European Reference building simulation program, it allows designers to assess the manner in which actual weather patterns, occupant interactions, design parameter changes and control systems affect energy requirements and environmental states. ESP has been integrated into COMBINE.

TRNSYS TRNSYS (Transient Systems Simulation) is used primarily to simulate thermal energy systems. Each physical component in the system, such as a pump or solar collector, is represented by a different FORTRAN subroutine. The subroutines are combined into an executable file controlled with an input file which states what physical components are involved in the system and how they are connected. TRNSYS has been used for simulating solar thermal systems as well as more general HVAC systems. TRNSYS was developed by Solar Energy Laboratory at University of Wisconsin. It was first available in 1975, the latest version available in 1996 is TRNSYS 14.2 for Microsoft Windows. Besides TRNSYS, there are some similar programs like HVACSIM+ and SPARK that can model HVAC systems.

BLAST BLAST (Building Load Analysis and System Thermodynamics) is a set of computer programs for predicting heating and cooling energy consumption in buildings, and analyzing energy costs. BLAST was developed by Department of Mechanical and Industrial Engineering, University of Illinois at Urbana Champaign. BLAST has been supported by the US Department of Defense (DOD), and has its origins in the NBSLD program developed at the US National Bureau of Standards in the early 1970s. BLAST and DOE-2 will be merged into a new simulation system in 1998.

COMBINE COMBINE (COmputer Models for the Building INdustry in Europe) is a major research project within the JOULE programme of the European Commission's Directorate General XII for Science, Research and Development. It seeks to develop an operational computer based Integrated Building Design System (IBDS). COMBINE began in 1990 and ended in 1995. There are two integrated systems developed in COMBINE. The first system is for architectural practice, which integrates more than ten design tools into an Intergraph based architectural CAD system. The second system is for HVAC design. It is an AutoCAD based HVAC CAD system, which integrates Superlink for lighting design, TSBI3, ESP-r and DOE-2 for detailed thermal simulation, VENT for duct sizing, cost evaluator, HVAC components database, DocLinks for document management.

A US design tools project, formerly named AEDOT, aims to integrate a suite of energy tools with CAD systems. This project is collaborated between Softdesk, University of Oregon, and Pacific Northwest Laboratory.

Engineering design software for building & HVAC systems is commercially available at many software vendors like Carmel Software, Elite Software, Hevacomp, Finite Technology, SoftDesk, and Eley Associates. In the CFD domain, the most common commercial codes include FLOW3D, VORTEX, PHOENICS, FIDAP, FLOVENT, FLUENT, RAMPANT, and NEKTON.

BSPs mentioned above all belong to deterministic type, which means that these BSPs simulate the thermal performance of buildings and HVAC systems according to the certain input of the building and HVAC systems, the indoor casual gains, and the weather conditions for a design day, a TRY (Test Reference Year), a TMY (Typical Meteorological Year), or an ECWY (Energy Calculation Weather Year). This kind of simulation is typical and traditional in building design and analysis. But some applications like overheating risk analysis and peak load calculation have to consider the random effects of indoor casual gains and outdoor weather conditions [15]. These applications require results as probability distribution of some parameters concerned rather than their hourly simulated values [16, 17]. Thus, stochastic modelling of buildings and HVAC systems represents one of the trends in building simulation [18]. http://www.geocities.com/CapeCanaveral/5190/bsfaq.html

12 Dec 2004
22:44:57
Lercher
Der Lebenszyklus einer Immobilie
Immobilien unterliegen einem Lebenszyklus, der mit Produktlebenszyklen vergleichbar ist, sich jedoch in seiner Länge erheblich von dem anderer Produkte unterscheiden kann. Die eigentliche Entwicklung und Erstellung eines Gebäudes beansprucht ca. zwei bis fünf Jahre, die Nutzung des Gebäudes dagegen meist mehrere Jahrzehnte. Ziel dieser Ausarbeitung ist es, den Lebenszyklus der Immobilie als Prozess zu definieren. Daraus werden die einzelnen Phasen mit ihren Besonderheiten und Interaktionen untereinander abgeleitet.
DARSTELLUNG DES GESAMTEN PROZESSES Die Besonderheit des Lebenszyklusses bezogen auf Immobilien besteht darin, dass eine Anfang-Ende-Betrachtung nicht prinzipiell richtig ist. Daraus folgt, dass der Lebenszyklus einer Immobilie insgesamt einem Kreislauf entspricht, der Lebenszyklus eines Gebäudes hingegen einem Anfang-Ende-Prozess.
In der vorliegenden Ausarbeitung liegt der Schwerpunkt auf dem Immobilienlebenszyklus, da vor allem die Betrachtung des Gebäudes und seine Nutzung von Relevanz ist. Vor diesem Hintergrund erfolgt in den sich anschließenden Punkten die Definition der einzelnen Phasen Planung/Entwicklung, Ausführung, Nutzung und Verwertung einschließlich der Interaktionen zwischen den Phasen. Um diese inhaltlich zu hinterlegen, wird zunächst der Immobilienlebenszyklus i.e.S. in detaillierter Form dargestellt:

Entwicklungsphase
Chrakteristisch für diese Phase ist, dass sie die Voraussetzung für die folgenden Phasen des Lebenszyklusses, den wirtschaftlichen Erfolg der Immobilie und die Möglichkeit der Nutzung schafft. Zu diesem Zeitpunkt

können Gestaltung und Kosten der Immobilie aktiv gesteuert werden, was in den nachfolgenden Phasen nur noch teilweise bzw. überhaupt nicht mehr möglich ist.7 Ist die Idee für ein Projekt vorhanden, wird zunächst eine grobe Projektbeschreibung erstellt. In Verbindung mit einer einfachen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann die prinzipielle Durchführbarkeit des Projektes geprüft werden. Während der Projektkonzeption geht es vor allem darum, die bis dahin gesammelten Ideen und Informationen zu konkretisieren und anhand von detaillierten Analysen und Prognosen darüber zu urteilen, ob und wie das Projekt realisierungsfähig ist.8 Nach einer sich anschließenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtung fällt die Entscheidung für oder gegen die Realisierung. Die Realisierung wird im abschließenden Schritt dieser Phase mit einer Grobplanung des Projektes vorbereitet.
Einfluss der Phase Entwicklung auf den gesamten Immobilienlebenszyklus Da eine Immobilie bei der Projektentwicklung meist unter dem Gesichtspunkt der Finanzierbarkeit betrachtet wird, kommt es zu einer sehr einseitigen Beurteilung zugunsten der Anfangs-Investitionsausgaben
Die Baunutzungskosten lassen sich in die zwei Kostengruppen Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie Erneuerungskosten unterteilen. Entscheidend ist, dass beide Kostengruppen maßgeblich durch die in den Planungsvorgaben gewählten Bauteile oder -stoffe beeinflusst werden. Diese Betrachtungsweise muss für die Investitionsentscheidung im Hinblick auf Bauteile und -stoffe ausschlaggebend sein. Aber auch der spätere Rückbauaufwand eines Gebäudes kann bereits in der Planung beeinflusst werden.
2.2 Realisierungsphase Der Übergang von der Entwicklungs- zur Realisierungsphase ist fließend, er beginnt mit der Detailplanung und endet mit der Übernahme durch den Nutzer. Die bauliche Umsetzung erfordert es, die zukünftige Funktionsfähigkeit und Kostengünstigkeit der Immobiliesicherzustellen sowie die Teilprozesse der Planung und Ausführung zu einem Gesamtprozess zusammenzufügen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe wird ein Projektmanagement herangezogen, das meist schon während der Grobplanung installiert wird. Die Detailplanung knüpft an die Planungsunterlagen aus der Projektkonzeption an und detailliert diese in verschiedenen Stufen. Nach der aufgrund der Genehmigungsplanung erteilten Baugenehmigung beginnt meist parallel die Erstellung der Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe. Nachdem die Bauleistungen durch die oder den Auftragnehmer erbracht wurden, sind diese entsprechend VOB abzunehmen. Treten Mängel auf, kann entweder die Abnahme bis zur Beseitigung dieser verweigert werden (nur bei groben Mängel möglich) oder aber die Beseitigung der kleineren Mängel nach Art und Umfang auf dem sogenannten Abnahmeprotokoll vermerkt werden.
Die Inbetriebnahme der Immobilie markiert den Übergang zwischen den vorangegangenen Phasen Entwicklung und Realisierung und der nun beginnenden Nutzungsphase. Zu diesem Zeitpunkt wird die Immobilie ihrem primären Nutzen zugeführt, die Betreiber- bzw. Nutzungsphase beginnt.
Einfluss der Phase Realisierung auf den gesamten Immobilienlebenszyklus War der Übergang zwischen Entwicklung und Realisierung fließend, so ist beim Übergang zur Nutzung ein Wechsel fast aller mit der Immobilie in Zusammenhang stehenden Personen festzustellen. Dabei kann es zu entscheidenden Informationsverlusten kommen. Es muss daher sichergestellt sein, dass den späteren Betreibern bzw. Nutzern alle immobilienbezogenen Informationen zur
Verfügung stehen und diese Informationen auch während der Nutzungsphase aktualisiert und vervollständigt werden.
Nutzungsphase
Die Nutzungsphase einer Immobilie nimmt im gesamten Lebenszyklus den längsten Zeitraum ein. Außerdem entstehen in dieser Phase die mit Abstand höchsten Kosten. Nach einer Nutzungszeit von ca. vier Jahren übersteigen bei einer Gesamtnutzungszeit von 20 Jahren die Nutzungskosten bereits die Investitionskosten.16 Nach Fertigstellung eines Gebäudes (Ende Realisierungs-phase, Anfang Nutzungsphase) sind erst ca. 20-25% der gesamten Lebenszyklus-kosten einer Immobilie investiert worden,17 im Vergleich dazu sind es zum Beispiel bei einem Computerchip nach dessen Fertigstellung bereits 80% der gesamten Lebenszykluskosten.

Facility Management und Gebäudemanagement
Zwei Begriffe, welche die Nutzungsphase einer Immobilie wesentlich prägen, sind das Facility Management und das Gebäudemanagement. Sehr häufig werden diese beiden Begriffe synonym verwendet, was jedoch falsch ist. Eine Verknüpfung des Facility Managements zu den anderen Lebenszyklusphasen einer Immobilie bietet die von Braun, Oesterle und Haller aufgestellte Definition:„Facility Management ist ein unternehmerischer Prozess, der durch die Integration von Planung, Kontrolle und Bewirtschaftung bei Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen (facilities) und unter Berücksichtigung von Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld eine verbesserte Nutzungsflexibilität, Arbeitsproduktivität und Kapitalrentabilität zum Ziel hat. „Facilities“ werden als strategische Ressourcen
in den unternehmerischen Gesamtprozess integriert.“ Neben dem Facility Management gibt es noch einen zweiten Begriff, der in diesem Zusammenhang von Wichtigkeit ist, das Gebäudemanagement. Es „ist ein Teilbereich von Facility Management, der Aktivitäten während der Nutzungsphase des Gebäudes zum Gegenstand hat. Es enthält auch Dienstleistungen ohne Bezug zum Gebäude.“

Resultierend aus den Definitionen von Facility Management und Gebäudemanagement werden beim Betreiben einer Immobilie bzw. eines Gebäudes die verschiedensten Ziele z.B. die Optimierung des Gebäudes in seiner Funktion, die Optimierung der Dienstleistungen durch Erhöhung der Verfügbarkeit und Reaktionsschnelligkeit und somit erhöhte Kapitalrentabilität, die Abstimmung auf die arbeitenden Menschen, die Abstimmung auf die betrieblichen Bedürfnisse (bauliche Anlagen, Einrichtungen, Umwelt) und somit Produktivitätssteigerung sowie Attraktivierung der Gesamtimmobilie mit dem Ziel einer hohen Wertschöpfung verfolgt.
So bleibt festzuhalten, dass Facility Management für einen wirtschaftlichen Betrieb von Immobilien verantwortlich ist. Diese Verantwortlichkeit beginnt aber nicht erst mit der Übergabe der Immobilie an den Nutzer, sie muss vielmehr schon in der Entwicklungsphase einsetzen und wichtige Impulse bei der Erstellung der Immobilie geben. Denn nur dann hat das Gebäudemanagement als Teildisziplin des Facility Managements die Möglichkeit, in der Nutzungsphase so wirtschaftlich wie möglich mit der Immobilie umzugehen.25 26

Umnutzung / Umbau / Erneuerung Die drei Bereiche Umnutzung, Umbau und Erneuerung können dazu führen, dass eine Immobilie einer erneuten Nutzung zur Verfügung gestellt wird und der Immobilienlebenszyklus nicht in die Verwertungsphase übergeht.
Eine Umnutzung ist immer eine Nutzungsänderung, dies muss jedoch nicht mit einer baulichen Veränderung verbunden sein. Im Gegensatz zur Umnutzung ist

ein Umbau immer mit einer baulichen Veränderung verbunden. Auch hier sind die Auslöser veränderte Nutzeranforderungen oder andere Nutzer. Die Erneuerung bzw. Modernisierung ist nicht zwangsläufig mit veränderten Nutzeranforderungen oder Nutzern verbunden. Sie wird häufig dann notwendig, wenn die Immobilie bereits länger genutzt wurde und bauliche und/oder technische Anlagen nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Einfluss der Phase Nutzung auf den gesamten Immobilienlebenszyklus Wie bereits erwähnt, nimmt die Nutzungsphase die entscheidende Rolle im Lebenszyklus einer Immobilie ein, wobei der besondere Fokus auf dem Kostenverhalten der Immobilie liegt. Um die Immobilie wirtschaftlich betreiben zu können, ist ein durchdachtes Konzept, eine ordnungsgemäße Bauausführung und ein professionelles Facility Management notwendig.

Verwertungsphase
Ist zum Ende der Nutzungsphase die Entscheidung gefallen, dass eine Umnutzung, Erneuerung oder ein Umbau nicht möglich oder gewünscht ist, geht der Immobilienlebenszyklus in die Verwertungsphase über. Die Verwertungsphase ist im Vergleich zu den anderen Phasen sehr kurz und beinhaltet letztlich nur die Entscheidung, welche der drei Verwertungsmöglichkeiten Verkauf, Abriss oder neue Projektentwicklung genutzt werden soll. Der Lebenszyklus der Immobilie beginnt in allen drei Fällen von vorn, einzig der Faktor Zeit ist hinsichtlich des Neubeginns unterschiedlich. Einen Sonderfall stellt der Leerstand einer Immobile dar. Auch dies ist jedoch kein Endzustand, die Immobilie wird zwangsläufig irgendwann abgerissen, saniert oder verkauft. Daher ist Leerstand nur eine Zwischenstation bis zur Verwertung. Einfluss der Phase Verwertung auf den gesamten Immobilienlebenszyklus

Der Einfluss der Verwertungsphase auf den Immobilienlebenszyklus ist vergleichsweise gering. Jedoch hat die gewählte Verwertungsart einen Einfluss darauf, ob und in welcher Weise der Lebenszyklus der Immobilie erneut beginnt.
Homann, K.: Immobiliencontrolling, in Schulte, K.-W. (Hrsg.): Immobilienökonomie, München 1998, S. 716.

Herrmann, O. / Neumann, B.: Kosten-Management von Immobilien, in Falk, B. (Hrsg.): Das große Handbuch Immobilien-Management, Landsberg/Lech 1997

Bobber, M. / Brade, K.: Immobilienmarketing, in Schulte, K.-W. (Hrsg.): Immobilienökonomie, München 1998, S. 583.
497 LACER No. 7, 2002

Pfnür, A.: Modernes Immobilienmanagement, Berlin / Heidelberg / New York 2002, S. 108f. Vgl. Bone-Winkel S.: Das strategische Management von offenen Immobilienfonds, Köln

Der Lebenszyklus einer Immobilie
12 Vgl. Homann K.: Bau-Projektmanagement, in Schulte, K.-W. (Hrsg.): Immobilienökonomie, München 1998, S. 231. Zur Ausführungsplanung gehört neben der Planung der reinen Bauleistungen auch die Planung von Kosten, Terminen, Kapazitäten und Qualität.

Gossow , V.: Baubetriebspraxis, Berlin 1998, S. 68.
Nävy, J.: Facility-Management: Grundlagen, Computerunterstützung, Einführungsstrategie, Praxisbeispiele, Facilities = Gebäude + Anlagen + Einrichtungen.
Der Lebenszyklus einer Immobilie
Berlin 2000, S. 26. Vgl. Schulze, M.: Die Kosten lebenslang im Griff, in Immobilien Manager 5/2001, o.O., S. 60.

Schneider, S.: Überwindung der Gewerkegrenzen, in Immobilien Manager 12/2001, S.
Prischl, P. C.: eBusiness und Facility Management, Vortrag im Rahmen des Kongresses „eBusiness in der Immobilienwirtschaft, Köln

Galonska, J.: Der strategische Ansatz des Facility Managements, in Galonska, J. / Erbslöh, F. D. (Hrsg.): Facility Management: Praxishandbuch für integriertes Immobilienmanagement, Köln

Braun, H. P. / Oesterle, E. / Haller, P.: Facility Management – Erfolg in der Immobilienwirtschaft, Berlin / Heidelberg / New York 1996, S. 2.

GEFMA 100: Facility Management; Begriff, Struktur, Inhalte, 1996, S. 5. Vgl. Bruhnke, K.-H.: Technisches und infrastrukturelles Management baulicher Anlagen / Vorlesungsskript der Universität Leipzig, Leipzig 1999,

Brown, R. K. / Lapides, P. D. / Rondeau, E. P.: Managing Corporate Real Estate – Forms and Procedures, New York / Chichester / Brisbane 1994,

Pfeiffer, M. / Steinwachs, M.: Facility Management – Das neue Leistungsangebot für Planer und Bauausführende, Merching 1999, Teil 2 / S. 9. Vgl. Pfnür, A.: Modernes Immobilienmanagement, Berlin / Heidelberg / New York 2002,

Schäfers, W.: Strategisches Management von Unternehmensimmobilien, Köln 1997, S. 26 und Homann, K.: Immobilien-Management – Ein erfolgspotentialorientierter Ansatz, in Gondring, H. / Lammel, E. (Hrsg.): Handbuch Immobilienwirtschaft, Wiesbaden 2001, S. 375.

23 Apr 2010
15:08:02
Immobilien Gebäude Lebenszyklus Strategie Facility Management Praxis Literatur Prozess Phasen
Abfallvermeidung Abfallrecycling Lebenszyklus Vermeidung ökologische soziale wirtschaftliche Herausforderung
Hallo, Input zum Thema, am Ende des Lebenzykluses.
Gruss Leber

Fragen und Antworten zur thematischen Strategie für Abfallvermeidung und -recycling
1. Worum geht es?
Abfall stellt für alle modernen Volkswirtschaften eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderung von stetig zunehmender Bedeutung dar. Die Abfallmengen steigen im Gleichschritt mit den wirtschaftlichen Wachstumsraten und mitunter sogar noch rascher. Die Art, in der Abfall erzeugt und behandelt wird, hat Auswirkungen auf das gesamte Gemeinwesen, vom einzelnen Bürger über kleine Unternehmen bis zu Behörden und internationalen Konzernen.
Abfallerzeugung und behandlung stehen in engem Zusammenhang mit der Art der Ressourcennutzung. Übermäßiges Abfallaufkommen ist ein Symptom ineffizienter Ressourcennutzung, und die Verwertung der in Abfällen enthaltenen Materialien und Energie kann zu einer besseren Ressourcennutzung beitragen. Deshalb kann und muss die Abfallpolitik auf die Verringerung der mit der Ressourcennutzung verbundenen ökologischen Gesamtfolgen ausgerichtet sein.
Unter ökologischen Gesichtspunkten ist das Deponieren von Abfällen die schlechteste abfallwirtschaftliche Option. Sie geht mit Landschaftsverbrauch und potenziellen künftigen Umweltrisiken einher. Deponieren von Abfällen ist Ressourcenverschwendung. Das Gemeinschaftsrecht setzt hohe Standards für den Schutz von Boden und Grundwasser vor Verschmutzung und zur Verringerung von Emissionen beispielsweise von Methan, eines Gases mit ausgeprägter Treibhaus¬wirkung in die Atmosphäre. In einigen Fällen wird das Gemeinschaftsrecht jedoch nur unzureichend umgesetzt in den Mitgliedstaaten bestehen noch immer Tausende unsachgemäß betriebener und ungenehmigter Deponien.
Die Müllverbrennung ist nun auf EU-Ebene durch strenge Normen geregelt, die zu einer erheblichen Verringerung der Emissionen geführt haben. So sind beispielsweise die Emissionen von Dioxinen einer Gruppe hochtoxischer Stoffe aus der Verbrennung von Siedlungsabfällen auf ungefähr 0,5 % der gesamte Dioxinemissionen in der EU 25 abgesunken. Die Verbrennung kann auch zur energetischen Verwertung von Abfällen sinnvoll eingesetzt werden.
Gefährliche Abfälle stellen ein besonderes Problem dar, da sie behandelt werden müssen, bevor eine sichere Entsorgung möglich ist; ferner können sie teilweise nur auf Sondermülldeponien entsorgt werden.
Insgesamt entfallen auf die Abfallwirtschaft 2 % der Treibhausgasemissionen der EU. Die Abfallwirtschaft verursacht Emissionen in Luft, Wasser und Boden sowie Lärm und andere Umweltbelastungen. Abfall ist auch ökonomisch eine Bürde. Die Kosten, die allein die Bewirtschaftung von gefährlichen Abfällen und Siedlungsabfällen Industrie und Bürgern verursacht, werden auf 75 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Gleichzeitig schafft das europäische Konzept der ökologisch verträglichen Abfallwirtschaft Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten. Die Wachstumsraten in Abfallwirtschaft und recycling in der EU sind hoch, der Umsatz des Sektors wird auf über 100 Mrd. EUR jährlich geschätzt.
Es ist ein beschäftigungsintensiver Sektor, der 1,2 bis 1,5 Mio. Arbeitsplätze bietet. Die Recyclingindustrie beliefert die verarbeitende Industrie in zunehmendem Maße mit Ressourcen: der Anteil von Recyclingmaterialien an der derzeitigen Rohstoffherstellung in der EU beträgt für Papier und Stahl mindestens 50 %, für Glas 43 % und für Nichteisenmetalle 40 %.
Die Abfallwirtschaft ist eine tragende Säule der gemeinschaftlichen Umweltpolitik, und in den letzten 30 Jahren wurden darin erhebliche Fortschritte erzielt. Allerdings ist in einigen Fällen die Umsetzung der bestehenden Rechtsvorschriften unzureichend, und das Potenzial von Abfallvermeidung und recycling wird noch nicht vollständig genutzt. Das zunehmend gewonnene Wissen über die ökologischen Auswirkungen der Nutzung natürlicher Ressourcen, die am Ende ihres Lebenszyklus zu Abfall werden, schlägt sich noch nicht umfassend in der Abfallpolitik nieder.
2) Wie viel Abfall wird in der EU erzeugt, und welche Prognosen gibt es für die Zukunft?
Es ist schwierig, zuverlässige Abfallstatistiken zu erhalten. Für das Jahr 2002 bestehen fundierte Zahlen zum Bausektor (510 Mio. t), für die verarbeitende Industrie (427 Mio. t), zu Siedlungsabfällen (241 Mio. t) sowie zu den Abfällen aus Energieerzeugung und Wasserversorgung (127 Mio. t). Das allein bedeutet, dass jährlich in der EU über 1,3 Mrd. t Abfälle erzeugt werden, wovon 58 Mio. t nach gesicherten Erkenntnissen gefährliche Abfälle sind. Allerdings sind die Daten für Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, den Dienstleistungs- und den öffentlichen Sektor lückenhaft, so dass die tatsächliche Menge größer ist.
Pro Einwohner und Jahr fallen ca. 530 kg Siedlungsabfall an. Hinter diesem Durchschnittswert verbergen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. So liegt beispielsweise die jährliche Abfallerzeugung pro Kopf der Bevölkerung in den zehn neuen Mitgliedstaaten zwischen 300 und 350 kg, während sie in den Staaten der EU-15 ca. 570 kg beträgt.
Insgesamt wachsen die Abfallmengen im gleichen Maß wie die Wirtschaft, oder sogar noch schneller:
• Zwischen 1990 und 1995 stieg das Gesamtabfallaufkommen in Europa um 10 % an, während das BIP um 6,5 % zunahm.
• Die Erzeugung von Siedlungsabfällen hatte erheblichen Anteil an diesem Anstieg. Zwischen 1995 und 2003 wuchs sowohl das Siedlungsabfallaufkommen als auch das BIP in der EU-25 um 19 %.
• Kleinere, aber dennoch wichtige Abfallströme nehmen ebenfalls zu: das Aufkommen gefährlicher Abfälle stieg zwischen 1998 und 2002 um 13 %, während das BIP in diesem Zeitraum um 10 % anstieg.
Mit den erwarteten höheren wirtschaftlichen Wachstumsraten wird auch eine Fortsetzung dieses Trends für die meisten Abfälle prognostiziert. Die Europäische Umweltagentur sagt beispielsweise bis 2020 einen Anstieg des Aufkommens an Altpapier, Altglas und Kunststoffabfällen um 40 % gegenüber dem Niveau von 1990 voraus.

3) Wie viel Abfall wird jeweils deponiert, verbrannt und recycled?
Unionsweite Statistiken zur Abfallbehandlung liegen nur für Siedlungsabfälle vor, die ca. 14 % der insgesamt erzeugten Abfälle ausmachen. Dies ändert sich im nächsten Jahr aufgrund einer neuen Verordnung zur Abfallstatistik , wonach Eurostat Daten zur Erzeugung und Behandlung aller Abfallarten erfassen und veröffentlichen wird.
Siedlungsabfälle werden in der EU derzeit zu 49 % deponiert, zu 18 % verbrannt und zu 27 % dem Recycling oder der Kompostierung zugeführt. Es bestehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Einige deponieren ihre Siedlungsabfälle zu 90 %, andere nur zu 10 %.
Es wird zwar ein stetig zunehmender Anteil der Siedlungsabfälle recycled, dieser Fortschritt wird jedoch durch das steigende Abfallaufkommen aufgehoben. Daher verringert sich die Menge der deponierten Abfälle nur langsam. So nahm beispielsweise zwischen 1990 und 2002 die Menge der deponierten Kunststoffabfälle um 21,7 % zu, während der relative Anteil der deponierten Plastikabfälle von 77 % auf 62 % fiel.
Die Menge der rezyklierten Siedlungsabfälle hat sich zwischen 1995 und 2003 nahezu verdoppelt und beläuft sich nun auf 82,3 Mio. t jährlich. Die Abfallverbrennung wird langsam ausgebaut; die dabei gewonnene Energie beläuft sich auf 8 Mio. t Öläquivalent.
Einige Staaten der EU-15 berichten auch hohe Verwertungs- und Recyclingraten für Abfälle der verarbeitenden Industrie und einen Deponieanteil von lediglich 10 %. Auch zum Recycling von Verpackungsabfall liegen Daten vor (siehe http://europa.eu/oldaddress.htm?reference=IP/05/1057&format=HTML&aged=1&language=DE&guiLanguage=en ).
4) Wie hat sich die EU-Abfallpolitik bislang entwickelt?
Abfall war eines der ersten Themen, die von der EU-Umweltpolitik in den siebziger Jahren aufgegriffen wurden. Die Abfallrahmenrichtlinie wurde 1975 verabschiedet; sie bildet den Gesamtrahmen für die Abfallwirtschaft in der EU und soll gewährleisten, dass diese keine Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt. Die Richtlinie über gefährliche Abfälle ergänzt die Rahmenrichtlinie um Normen für die Bewirtschaftung gefährlicher Abfälle. 1984 wurde eine erste Richtlinie zur Verbringung gefährlicher Abfälle verabschiedet, die 1993 durch eine Verordnung zur Verbringung von Abfällen ersetzt wurde, deren Zweck die Gewährleistung einer sicheren Beförderung aller Arten von Abfällen ist.
Wie oben erwähnt, sind im Gemeinschaftsrecht auch strenge Anforderungen an Deponien und Verbrennungsanlagen festgelegt. Spezifische Richtlinien hat die EU seit 1989 zu Verbrennungsanlagen und 1999 zu Deponien verabschiedet.
Und schließlich bestehen detaillierte Rechtsvorschriften zu bestimmten Abfallströmen wie Altöl (75/439/EWG), Klärschlamm (86/278/EWG), Batterien (91/157/EWG, 93/86/EWG und KOM[2003] 723), Verpackungen (94/62/EG), polychlorierten Biphenylen und polychlorierten Terphenylen (PCB/PCT) (96/59/EG), Altfahrzeugen (2000/53/EG) sowie Elektro- und Elektronikaltgeräten (2002/95/EG).
Diese einzelnen Abfallströme schwellen größtenteils rasch an und könnten wegen der von den betreffenden Abfällen ausgehenden Gefahren ein besonderes Risiko darstellen. Die genannten Rechtsakte zielen auf Wiederverwendung, Recycling und Verwertung im größtmöglichen Umfang ab.
Die gegenwärtige Abfallpolitik der EU basiert auf dem Konzept einer Hierarchie der Optionen in der Abfallbewirtschaftung, worin die verschiedenen abfallwirtschaftlichen Optionen in absteigender Rangfolge von der ökologisch besten bis zur schlechtesten Lösung abgestuft sind:
1. Abfallvermeidung
2. Wiederverwendung des Erzeugnisses
3. Recycling oder Kompostierung des Materials
4. Energetische Verwertung durch Verbrennung
5. Deponierung.
Die Rangfolge der abfallwirtschaftlichen Ziele sollte nicht als feststehende Vorschrift betrachtet werden, da unterschiedliche Abfallbewirtschaftungsmethoden unter-schiedliche Umweltfolgen nach sich ziehen können. Deshalb sollte eine nachrangige Abfallbewirtschaftungsoption, die in einer bestimmten Situation mit geringeren Umweltfolgen behaftet ist, in diesem Fall den Vorzug erhalten. Die Einführung der (nachfolgend erläuterten) neuen Vorstellung des Lebenszyklus soll gewährleisten, dass in jedem spezifischen Fall die ökologisch optimale Option gewählt wird.
5) Welche Ziele verfolgt die thematische Strategie für Abfallvermeidung und recycling?
Das zentrale Ziel der Strategie besteht darin, Europa zu einer Recyclinggesellschaft zu entwickeln, in der Abfall nach Möglichkeit vermieden und sofern dies nicht möglich ist als Ressource genutzt wird. Im Einzelnen werden folgende Ziele angestrebt:
1. Verringerung der Umweltauswirkungen von Abfällen durch Konzentration der Abfallpolitik auf die wesentlichen ökologischen Auswirkungen unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus von Ressourcen und Erzeugnissen. Das Lebenszykluskonzept trägt den Umweltauswirkungen jeder einzelnen Phase der Nutzung einer Ressource oder eines Erzeugnisses mit dem Ziel Rechnung, die Gesamtfolgen zu minimieren. Die Anwendung des Lebenszykluskonzepts auf Abfälle d.h. auf die letzte Phase im Lebenszyklus einer Ressource bedeutet, dass die Abfallpolitik sich nicht nur mit der durch Abfälle verursachten Umweltverschmutzung befasst, sondern auch mit dem potentiellen Beitrag von Abfällen zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Ressourcennutzung. Aus diesem Grund steht die Abfallstrategie in engem Zusammenhang mit der thematischen Strategie zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, die ebenfalls am 21. Dezember 2005 verabschiedet wurde. Ein Beispiel: Es gibt verschiedene Arten von Kunststoffen. Das Recycling qualitativ hochwertiger Kunststoffe ist sinnvoll, weil diese zur Herstellung neuer Kunststofferzeugnisse eingesetzt werden können. Das Produkt des Recyclings unsortierter Kunststoffabfälle sind qualitativ minderwertige Kunststoffe mit geringeren Einsatzmöglichkeiten; sie können in der Regel lediglich als Ersatz für Beton, Fliesen oder Holzspäne dienen, die allesamt geringe Umweltauswirkungen haben. Das Lebenszykluskonzept ermöglicht es, die Umweltauswirkungen des Recyclings unsortierter Plastikabfälle und der Herstellung der Materialien, die durch das Recyclingprodukt ersetzt werden sollen, einander gegenüberzustellen und die Option mit den geringeren ökologischen Folgen zu ermitteln.

2. Förderung der Abfallvermeidung durch Einrichtung eines europäischen Rahmens, der die Abfallvermeidung in pragmatischer und wissenschaftlicher Weise begünstigt. Alle Mitgliedstaaten sollen im Interesse einer besseren Ressourcennutzung zur Entwicklung von Abfallvermeidungsstrategien verpflichtet werden. Diese Strategien müssen die Bürger und Unternehmen erreichen, deren Entscheidungen das Abfallaufkommen beeinflussen.
3. Förderung und Intensivierung des Recyclings durch Normsetzung. In der EU kam es zu Fällen unsachgemäßen Recyclings, z. B. zur Erzeugung von kontaminiertem Kompost. Dies hatte aufgrund des erschütterten Verbraucher-vertrauens negative Marktauswirkungen. Recyclingqualitätsnormen werden die Entwicklung eines europäischen Marktes für Recyclingmaterialien unterstützen.
4. Modernisierung und Vereinfachung des Abfallrechts. Das Abfallrecht entwickelte sich im Lauf der Zeit. Es bestehen einige Überschneidungen, und die praktische Anwendung hat die Notwendigkeit bestimmter Klarstellungen verdeutlicht. Um ein klares ordnungspolitisches Umfeld für die Abfallwirtschaft zu schaffen, sollte das Abfallrecht modernisiert werden.
5. Bessere Umsetzung. Teile des Abfallrechts, z. B. die Deponierichtlinie und die Verordnung über die Verbringung von Abfällen, müssen besser umgesetzt werden. In der EU bestehen Tausende unsachgemäß betriebener oder ungenehmigter Deponien, und nicht alle Verbringungen von Abfällen werden von den Mitgliedstaaten wirksam überwacht.
6) Welche Maßnahmen sind in der Strategie vorgesehen?
Die Kommission schlägt als ersten Schritt eine Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie mit folgender Zielsetzung vor:
• Konzentration der Abfallpolitik auf die wichtigsten ökologischen Auswirkungen und auf die Verbesserung der Ressourcennutzung durch Einführung des Lebenszykluskonzepts in die Abfallpolitik.
• Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Entwicklung nationaler Abfallvermeidungsprogramme innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie.
• Verbesserung des Recyclingmarktes durch die Festlegung ökologischer Normen, die die Bedingungen regeln, unter denen bestimmte Recyclingmaterialien nicht mehr als Abfälle, sondern als hochwertige Sekundärrohstoffe betrachtet werden.
• Förderung des Einsatzes wirtschaftlicher Instrumente durch die Mitgliedstaaten, z. B. Deponiegebühren, zur Begünstigung alternativer Abfallbewirtschaftungsmethoden und einer verursacherbezogenen Abfallgebührenerhebung („Pay-As-You-Throw“-Regelungen) als Anreiz für die Bürger zur Beteiligung am Recycling.
• Modernisierung und Vereinfachung des Abfallrechts. Dies geschieht durch die Klärung von Definitionen, die Straffung von Bestimmungen und die Integration der gesamten Richtlinie über gefährliche Abfälle sowie von Teilen der Altölrichtlinie in die Abfallrahmenrichtlinie. Daneben wird klargestellt werden, dass abfallverwertende Industrien keine zwei separaten Genehmigungen nach dem Abfallrecht und der IVU-Richtlinie benötigen.

Außerdem sieht die Strategie über die kommenden Jahre noch viele weitere Maßnahmen vor. Einige dieser Maßnahmen müssen sequentiell entwickelt werden, während andere am besten dann durchgeführt werden, wenn die Auswirkungen der ersten Maßnahmen und noch in Kraft zu setzenden bestehenden Rechtsvorschriften deutlich werden.
Neben dem Abfallrecht beabsichtigt die Kommission auch andere Mittel einzusetzen, um die Ziele der neuen Strategie zu verwirklichen. So hält sie beispielsweise die Mitgliedstaaten dazu an, die Marktbedingungen für Recycling und die Nachfrage nach Recyclingmaterialien zu verbessern, indem diese Aspekte in den Ende 2005 fälligen nationalen Strategien zur Umsetzung des Aktionsplans für Umwelttechno¬logie berücksichtigt werden. Die Kommission wird dafür Sorge tragen, dass die auf europäischer Ebene für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Abfall¬technologie verfügbaren Mittel zur Bekämpfung der wichtigsten Umweltauswirkun¬gen von Abfall eingesetzt werden. Im Rahmen der Überarbeitung der Leitlinien zu staatlichen Beihilfen für den Umweltschutz wird sie klarstellen, unter welchen Umständen staatliche Beihilfen zur Förderung des Abfallrecycling gewährt werden können. Die Kommission wird auch Verbreitung und Transfer der besten Verfahren zur Sensibilisierung, Ausbildung und Entwicklung von Anreizsystemen für Abfall¬vermeidung und Recycling auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene fördern.
Im Jahr 2010 erfolgt eine Überprüfung der thematischen Strategie für Abfall. Erforderlichenfalls werden weitere Maßnahmen zur Förderung der Abfallvermeidung, zur Anwendung des Lebenszykluskonzepts in der Abfallwirtschaft und zum Erzielen von Fortschritten auf dem Weg zur europäischen Recyclinggesellschaft ermittelt.
7) Wie ist die thematische Strategie für Abfall mit der thematischen Strategie für natürliche Ressourcen verknüpft?
Die Strategie für Ressourcen bildet die wissenschaftliche und strukturelle Grundlage für die Abfallstrategie. Sie propagiert das Lebenszykluskonzept, um die Umweltauswirkungen der Nutzung natürlicher Ressourcen von der Gewinnung von Rohstoffen bis zu dem Moment, wo ihre Nutzung endet und sie zu Abfällen werden, zu minimieren. Abfallvermeidung und recycling können die ökologischen Gesamtfolgen der Ressourcennutzung reduzieren.
8) Auf welche Weise kommt die Strategie den Betroffenen Bürger, Behörden und Abfallwirtschaft zugute?
Von besserer Umweltqualität profitieren alle. Es wird weniger Abfall erzeugt, und deshalb werden weniger Deponien angelegt und geringere Abfallmengen ohne Energierückgewinnung verbrannt. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Recyclingmaterialien werden weniger natürliche Ressourcen zur Herstellung von Erzeugnissen benötigt.
Der Nutzen für die Bürger besteht darin, dass aufgrund der Strategie nationale, regionale und lokale Abfallvermeidungsprogramme erstellt werden, die den Bürgern vermitteln, wie sie zu Abfallvermeidung und effizienterer Ressourcennutzung beitragen können. Außerdem wird durch die Strategie neuer Nachdruck auf die Umsetzung von Vorschriften gelegt, die Bürger unmittelbar betreffen, z. B. Bestimmungen in Bezug auf illegale Deponien, die eine Belästigung und ein ökologisches Risiko darstellen.
Der Nutzen für Behörden besteht darin, dass die Rechtsvorschriften klarer werden und weniger Auslegungsprobleme aufwerfen. Längerfristig werden geringere Sanierungskosten anfallen.

Der Nutzen für die Wirtschaft besteht darin, dass durch die Strategie und die Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie zentrale Fragen für Unternehmen, z. B. die Abfalldefinition, weiter geklärt werden. Durch die Strategie werden Normen gesetzt, was im Interesse der in Abfallrecycling und Verwertung tätigen Unternehmen liegt und außerdem der Marktentwicklung förderlich ist.
9) Welche Kosten verursacht die Umsetzung, und wer wird sie tragen?
Da der Industrie und den Mitgliedstaaten durch die Strategie (ebenso wie durch die überarbeitete Abfallrahmenrichtlinie) keine quantitativen Ziele auferlegt werden, sollte sie keine quantifizierbaren finanziellen Kosten verursachen. Die Folgenabschätzung zur Strategie zeigt, dass die neue Abfallpolitik Umweltschutzfragen zusätzliches Gewicht verleiht und mit Verbesserungen im ordnungspolitischen Umfeld verbunden ist. Sie verursacht der Industrie Kosten in vernachlässigbarer Höhe und kann sich längerfristig durch die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit des Recyclingsektors für die EU auszahlen. Angesichts des Rahmencharakters dieser Politik wird die Verantwortung für die Einleitung konkreter Schritte zur Realisierung des Umweltnutzens von Abfallvermeidung und Recycling überwiegend bei den Mitgliedstaaten liegen.
10) Hat die Strategie Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wachstum?
Die Folgenabschätzung belegt, dass die Strategie keine erheblichen Auswirkungen haben, aber Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wachstum in begrenztem Umfang positiv beeinflussen wird. Abfallrecycling ist in der Regel arbeitsintensiv, ein Ausbau der entsprechenden Tätigkeiten wird daher zum Entstehen neuer Arbeitsplätze führen. Das Recycling von 10 000 t Abfall schafft ungefähr 240 Arbeitsplätze. Die Verbrennung derselben Menge schafft 20 bis 40 Arbeitsplätze, die Deponierung ca. 10. Durch eine Verbesserung des ordnungspolitischen Umfelds von Abfallrecycling und verwertung werden Sekundärrohstoffe und kraftstoffe in stärkerem Maße verfügbar. Das wiederum wird sich positiv auf Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum auswirken.
11) In welcher Weise wird Recycling durch die Strategie gefördert?
In die Strategie floss die Erkenntnis ein, dass Recycling im Lauf des nächsten Jahr-zehnts weiterhin durch zahlreiche Maßnahmen gefördert wird, die sich aus früheren Rechtsvorschriften ergeben (z.B. Vermeidungsziele der Deponierichtlinie für das Deponieren biologischer Abfälle, Recycling- und Verwertungsziele nach den Richt-linien über Verpackungsabfälle, Altfahrzeuge sowie Elektro- und Elektronikaltgeräte).
Darauf aufbauend bildet die Strategie einen Rahmen für die allgemeine Förderung von Recycling. Durch ein marktorientiertes Konzept, das EU-Normen für den Recyc¬lingmarkt mit einzelstaatlichen wirtschaftlichen Instrumenten kombiniert, die den öko¬logischen Nutzen des Recycling in den Abfallbewirtschaftungskosten widerspiegeln, werden die Bedingungen für die Weiterentwicklung des Recycling geschaffen.
Die Folgenabschätzung hat außerdem gezeigt, dass die Festlegung starrer Ziele in neuen abfallstromspezifischen Richtlinien nicht immer wirksam wäre. Die Kosten und der Verwaltungsaufwand, die damit verbunden sind, könnten den Umweltnutzen übersteigen.
Falls es sich künftig als notwendig erweist, das Recycling bestimmter Abfälle zu fördern, wird dies wahrscheinlich eher über einen rohstoffspezifischen als wie bisher über einen produktspezifischen Ansatz erfolgen.

Beispielsweise würde ein Recyc¬lingziel für Kunststoffe das Recycling von Rohren aus Bauschutt ebenso fördern wie das Recycling von Plastikflaschen, in der Landwirtschaft genutzten Folien und Stoßdämpfern von Kraftfahrzeugen. Derartige Ziele würden die Abfallsegmente mit dem höchsten Recyclingpotenzial bei geringsten Kosten erfassen.
12) Wie werden Verbrennungsanlagen von der Strategie behandelt?
Verbrennungsanlagen wurden im Laufe der letzten fünfzehn Jahre deutlich sauberer. In einigen Städten, z. B. in Wien, liegen die Standorte von Verbrennungsanlagen, die Energie rückgewinnen und deren Emissionen kein Gesundheitsrisiko mehr darstellen, in besiedelten Gebieten.
Auf der Grundlage von Ende der achtziger Jahre verabschiedeten Rechtsvorschriften wurden durch die Richtlinie über die Verbrennung von Abfällen aus dem Jahr 2000 noch strengere Anforderungen und Grenzwerte in Bezug auf die Emission von Schadstoffen wie Dioxinen, Quecksilber und anderen Schwermetallen sowie Staub eingeführt. Die Richtlinie erfasst sowohl Abfallverbrennungsanlagen als auch die Verwendung von Abfall als Brennstoff in Industrieanlagen, z. B. Kraftwerken und Zementöfen (Mitverbrennungsanlagen). Neuen Anlagen wurde die Auflage erteilt, die Normen ab Ende 2002 einzuhalten, während bestehende Anlagen den Vorgaben ab dem 28. Dezember 2005 entsprechen müssen.
Saubere Abfallverbrennung kann als Teil einer ökologisch optimierten Strategie einen erheblichen Beitrag zur Verwertung der in Abfällen enthaltenen energetischen Ressourcen leisten. Der Umweltnutzen hängt davon ab, wie viel Energie tatsächlich aus dem verbrannten Abfall gewonnen wird. Im Zusammenhang mit der neuen Abfallstrategie hat die Kommission beschlossen, die Effizienz der energetischen Verwertung von Abfall durch die Festlegung eines ehrgeizigen Benchmarks für städtische Abfallverbrennungsanlagen weiter zu steigern. Dies erfolgt durch eine Überarbeitung der IVU-Richtlinie. Das neue Benchmark für Energieeffizienz ist ausschlaggebend dafür, ob eine Verbrennungsanlage als Verwertungsanlage oder als Beseitigungsanlage eingestuft wird. Die Einstufung als Verwertungsanlage schafft besseren Marktzugang, und die Menge der verwerteten Abfälle kann auf die in den EU-Richtlinien (z. B. über Elektro- und Elektronikaltgeräte) festgelegten verbindlichen Verwertungsziele angerechnet werden.
13) Warum wird der Altölaufbereitung nicht mehr wie bislang Vorrang eingeräumt?
Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen haben die Aufbereitung von Altölen (Reinigung zur Wiederverwendung) und deren Einsatz als Brennstoff vergleichbare Umweltauswirkungen, d.h. durch beide Verfahren werden Schadstoff- und Treibhausgasemissionen erheblich verringert. Es besteht daher kein Grund, den in der Altölrichtlinie festgelegten rechtlichen Vorrang für die Altölaufbereitung beizube¬halten. Die Mitgliedstaaten können auf Wunsch den Vorrang auf nationaler Ebene beibehalten, sind aber nicht mehr durch das Gemeinschaftsrecht dazu verpflichtet.
Statistische und wissenschaftliche Daten belegen, dass die Altölsammlung noch nicht ihr volles Potenzial erreicht hat. Dies deutet darauf hin, dass in der EU weiterhin eine unkontrollierte und umweltbelastende Entsorgung von Altöl erfolgt. Aus diesem Grund schlägt die Kommission vor, künftige Anstrengungen eher auf die Verbesserung der Altölsammlung als auf die Förderung einer bestimmten Verwertungstechnik zu konzentrieren. Diese Schwerpunktsetzung wird durch die Einführung einer Sammlungsverpflichtung in die Abfallrahmenrichtlinien verdeutlicht.

14) Warum werden keine Rechtsvorschriften zu Bioabfällen vorgeschlagen?
Unter die biologischen Abfälle fallen organische Stoffe wie Garten-, Küchen- und Speiseabfälle. Sie stellen normalerweise den größten Teil der Haushaltsabfälle dar. In zahlreichen Städten und Gemeinden der EU mit obligatorischer Hausmülltrennung erfolgt das Recycling biologischer Abfälle im Wege der Kompostierung, wobei diese durch Fermentation in organisches Material verwandelt werden, das zur Bodensanierung verwendet werden kann.
Eine separate Richtlinie für biologische Abfälle ist daher nicht notwendig. Das ökologische Hauptrisiko, das von Bioabfällen ausgeht, ist die Entstehung von Methan auf Deponien, die 1995 ca. 3 % der Treibhausgasemissionen der EU-15 ausmachte. Durch die Deponierichtlinie werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, die deponierte Menge biologisch abbaubarer Abfälle bis 2016 auf 35 % des Niveaus von 1995 zu senken; dadurch wird das Ausmaß des Problems erheblich verringert. Für die Kommission ist vorrangig, zu gewährleisten, dass die Mitgliedstaaten dieser rechtlichen Verpflichtung vollständig und rechtzeitig nachkommen.
Ein auf europaweit harmonisierten Kompostierungszielen basierendes pauschales Konzept ist in jedem Fall unzweckmäßig, da örtliche Gegebenheiten, von klimatischen Bedingungen bis zur Zusammensetzung der gesammelten Bioabfälle, zur Ermittlung der ökologisch optimalen Strategie für die Bioabfallbewirtschaftung von entscheidender Bedeutung sind.
Allerdings müssen zur Förderung der Kompostierung einige Maßnahmen auf EU-Ebene getroffen werden. Dazu gehört diese Festlegung von Qualitätsnormen für Kompost, damit sich Märkte dafür entwickeln können. Die Kommission plant, dass diese beim Inkrafttreten der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie verfügbar sind. Eine weitere Maßnahme ist die Festlegung hoher Umweltschutzstandards für Anlagen zur Behandlung biologischer Abfälle. Auch das geschieht im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der IVU-Richtlinie.
Das Gemeinschaftsrecht stellt klar, dass die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung ihrer nationalen Abfallpolitik allen ökologisch relevanten Aspekten Rechnung tragen müssen. Das bedeutet, dass die Behörden in Mitgliedstaaten, in denen Kompost zur Bodenverbesserung benötigt wird, sich auf entsprechende Maßnahmen konzentrieren sollten. Die Kommission wird dies durch die für 2006 geplante Vorlage von Leitlinien ohne Rechtscharakter zur Entwicklung nationaler Abfallstrategien und pläne für die Bioabfallbewirtschaftung unterstützen. Und schließlich wird die thematische Strategie für Böden, die demnächst vorgelegt werden soll, die Möglichkeiten der Verwendung von Kompost als Mittel zur Steigerung des Kohlenstoffgehalts von Böden berücksichtigen.
15) Wie wurde diese Strategie entwickelt? Wurden die Betroffenen konsultiert?
Die Arbeit an der Strategie begann 2003 in Anknüpfung an das sechste Umweltaktionsprogramm (2002-2012), worin die Kommission beauftragt wurde, eine thematische Strategie für Abfall vorzulegen. Erster Schritt war die Vorlage einer Mitteilung mit dem Titel „Eine thematische Strategie für Abfallvermeidung und recycling“ (KOM[2003] 301). Darin wurden eine Analyse der bestehenden Situation vorgenommen sowie dauerhaft nicht tragbare Entwicklungen und Gebiete ermittelt, auf denen ein Wandel notwendig sein könnte. Die weitere Vorgehensweise wurde nicht festgelegt. Diese per Internet durchgeführte Konsultation erfolgte zwischen Mai und November 2003; dabei gingen 220 Erwiderungen ein, die im Internet eingesehen werden können.

Auf der Grundlage der eingegangenen Antworten unternahm die Kommission die Erarbeitung einer Strategie, und viele weitere Konsultationen und Zusammenkünfte mit Sachverständigen, Vertretern von Mitgliedstaaten und Beteiligten fanden statt.
16) Wird die Strategie zur Initiative für eine bessere Rechtsetzung beitragen?
Wie die anderen thematischen Strategien , die derzeit von der Kommission verabschiedet werden, gehört die Abfallstrategie zur nächsten Generation der Umweltpolitik. Sie ist global und mittelfristig angelegt, enthält klare Umweltziele und ist darauf ausgerichtet, die geeignetsten Instrumente zur Erreichung dieser Ziele zu ermitteln. Sie stützt sich auf umfangreiche Forschungsarbeiten und die Anhörung der interessierten Kreise und geht auf ganzheitliche Weise an das Thema heran, wobei Verbindungen zu anderen Problemen und Politikbereichen berücksichtigt werden.



Actions proposed and/or planned by the Thematic Strategy on the prevention and recycling of waste Timing
Proposal for a Directive amending the Waste Framework Directive, merging it with the Hazardous Waste Directive and repealing the waste oils Directive regeneration priority Proposed together with this Strategy
Report on the implementation of Directive 94/62/EC on packaging and packaging waste 2006
Review of the targets set under Directive 2000/53/EC on end-of-life vehicles 2006
Proposal for a Directive bringing together the three Directives on waste from the titanium dioxide industry into one Directive 2006
Publication of guidelines, based on the jurisprudence of the European Court of Justice, on the issue of when by-products should or should not be considered as waste 2006
Publication of guidelines for Member States on applying life-cycle thinking to the management of biodegradable waste that is diverted from landfill 2006
Improving the knowledge base on impacts of resource use, waste generation and waste management and more systematic forecasting and modelling Starting in 2006
Proposal for the clarification and extension of the scope of the Directive on Integrated Pollution Prevention and Control (IPPC) to additional waste management activities including biological treatment for recovery of waste, preparation of hazardous waste for incineration and of incineration slags for recovery 2007, when the IPPC Directive will be subject to a general review
Proposal for a revision of Directive 86/278/EC on the use of sewage sludge in agriculture 2007
Publication of basic guidelines to make life-cycle tools easily useable in waste policy making, with an agreed approach and methodology. 2007
Publication of guidelines on certain provisions of the waste shipment regulation to combat sham recovery 2007
Publication of guidelines on minimum environmental standards for permits of installations that are not covered by the IPPC Directive and on Best Available Techniques for the mixing of hazardous waste 2007
Assessment of the state of play and of the need for additional measures to stimulate the move to a European recycling society 2007
Review of the targets under Directive 2002/96/EC on waste electrical and electronic equipment 2008
Adoption of a first set of quality standards for defining when certain waste flows cease to be waste, starting with compost and recycled aggregates 2008 – subject to the entry into force of the revised Waste Framework Directive


05 Dec 2010
13:32:04
Leber Rudolf

Auf diesen Beitrag anworten
Sie sind nicht eingeloggt. Geben Sie daher bitte Ihren Namen an. (freiwillig)
Ihr Name 
Betreff
Text

Um unerlaubte Einträge in diesem Forum zu vermeiden müssen Sie jetzt diesen Code in das daneben stehende Fenster eintragen.
Nur wenn der Code richtig ist, wird der Eintrag gespeichert.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.