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Startseite - GBT Forum - Röntgen von Schweissverbindungen Digital oder Analog
 

Röntgen von Schweissverbindungen Digital oder Analog

Text Datum Benutzer
Röntgen von Schweissverbindungen Digital oder Analog
Guten Tag,
suche Informationen (Lieferanten,Berichte,etc.) über den NEUSTEN STAND beim Röntgen von Schweissverbinungen.

Röntgentechnik: Anolog oder Digital.
Normen: DIN
Hardware: (Erfassung,Verarbeitung)
Kosten:(Hardware, Bild, etc.)
Vielen Dank für INFORMATIONEN im voraus.
MfG Reusser
07 Nov 2011
09:34:42
Reusser Max
Röntgen Werkstoff Schweissverbindungen Digital oder Analog
Im Anhang finden Sie Text und Links zu Ihrem Thema, viel Erfolg.
Jost


Digitalisierung von Röntgenbildern
In vielen Praxen wird, wie eine Umfrage ergab, auf absehbare Zeit die klassische
Röntgendiagnostik nicht durch die digitale Radiografie ersetzt werden. Dennoch braucht
man auf die Vorzüge eines in digitaler Form vorliegenden Röntgenbildes nicht zu
verzichten. Es ist heute nämlich ohne großen Aufwand möglich, einen Röntgenfilm zu
digitalisieren. Die digitalisierten Röntgenaufnahmen lassen sich in Bilddateien organisieren
und sind damit ständig verfügbar. Fast alle modernen Praxisverwaltungsprogramme bieten
die Möglichkeit einer Verknüpfung der Bilddatei mit der Patientenhistorie. Damit sind die
Röntgenaufnahmen online verfügbar. Tierbesitzern können Kopien der Bilddateien
ausgehändigt werden, ohne dass die Original-Röntgenbilder außer Haus gehen.
Elektronische Bilddateien lassen sich per E-Mail versenden und auf CDs oder DVDs
dauerhaft archivieren. Die Digitalisierung mit Auflichtscannern ist möglich, am einfachsten
und wirtschaftlichsten gelingt die Digitalisierung selbst großformatiger Röntgenbilder
jedoch mit einer handelsüblichen Digitalkamera, wobei das Negativ vom Leuchtschirm
abfotografiert wird. Die so erhaltenen Bilder sind bei Beachtung einiger Grundsätze von
bestechender Qualität. Digitale Röntgenbilddateien können mit
Bildbearbeitungsprogrammen mannigfach bearbeitet und optimiert werden. Der zweite
große Anwendungsbereich ist die Telekonsultation. Bei besonders schwierig zu
diagnostizierenden oder zweifelhaften Fällen kann man die Meinung eines Spezialisten
einholen, dabei entfällt der heute noch weit verbreitete kostspielige Versand der Bilder per
Post und deren spätere Rückgabe.
Umfrage zum digitalen Röntgen
Im Oktober 2004 führte der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e. V. eine
Fragebogenaktion unter seinen HD Tierärzten zum digitalen Röntgen durch. Dabei wurden
3.320 Tierärzte mit Kleintierpraxen befragt, die Rücklaufquote war mit 22 % erstaunlich
hoch, sodass die Ergebnisse durchaus als repräsentativ gesehen werden können.
Demnach benutzen 96,6 % der Praxen eine analoge Röntgenanlage, nur 1,6 % ein
digitales System mit Ausgabe über eine Datei und 1,4 % ein digitales System mit
speziellem Drucker.
Die Praxen wurden auch befragt, ob sie eine Umstellung auf ein digitales Röntgensystem
in ansehbarer Zeit planten. Dies verneinten 81,9 %; wohingegen 15,8 % angaben sich
dies in den nächsten 1 bis 3 Jahren vorzunehmen.
Bei der Frage nach dem beim digitalen Röntgen verwendeten Grafikformat gaben 44 %
an, das DICOM Format einzusetzen, 30 % das JPG Format, 10 % das TIF Format und 16
% das BMP Format.
Geplante Umstellung auf digitales Röntgen
Aus diesen Ergebnissen lässt sich unschwer erkennen, dass die analogen
Röntgensysteme keineswegs „out“ sind, sondern noch lange Zeit den Markt dominieren
werden. „Die Investition in eine digitale Röntgenanlage rechnet sich erst ab einem
Aufkommen von über 1.500 pro Jahr“ führt Dr. Kai Kreling in der Zeitschrift Pferdespiegel
(1 - 2005) aus, „darunter ist die Investition betriebswirtschaftlich nicht rentabel. Die Qualität
des Röntgenbildes ist kein Argument für digitales Röntgen - konventionelles und digitales
Röntgen sind qualitativ sicher vergleichbar.“
Es lohnt sich deshalb zweifellos, sich Gedanken darüber zu machen, wie konventionelle
Röntgenfilme in der Kleintierpraxis am besten digitalisiert werden können. Wenn die
Digitalisierung mit vertretbarem Aufwand bei guter Qualität gelingt, profitieren die Praxen
von vielen wesentlichen Vorteilen der digitalen Radiografie, ohne gewaltige Investitionen
schultern zu müssen. Marketingmäßig gesehen geraten sie nicht ins Hintertreffen, wenn
mit der digitalen Röntgentechnik geprahlt wird. Dem Kunden ist es ziemlich gleichgültig,
wie die Röntgenbefunde zustande gekommen sind, für ihn zählen in erster Linie die
digitalen Bilder, die ihm auf einem Datenträger ausgehändigt werden. Wenn die Bilder
dank des JPG Formats auch auf dem heimischen PC verwendet werden können wird dies
nicht als Nachteil empfunden; das professionelle DICOM Format muss hingegen mit einer
speziell beigefügten Reader-Software betrachtet werden und bringt dem Tierbesitzer in
den meisten Fällen keine Vorteile.
Digitalisierte Filmradiografie
Die digitalisierte Filmradiografie (DFR) stellt eine Möglichkeit dar, konventionelle
Röntgenbilder nachträglich zu digitalisieren. Im Allgemeinen werden verschiedene

Digitales Röntgen
verwendete Grafikformate Verfahren der Digitalisierung angewendet.
• Methoden, die ein Videosystem verwenden, zeichnen sich durch kurze
Verarbeitungszeiten aus. Die Video- oder Digitalkamera wandelt optische in elektrische Signale um.
• Laser-Filmdigitalisierer erlauben eine zeilenförmige Abtastung der konventionellen
Röntgenfilme unter Verwendung von speziellen optischen Einrichtungen zur
Übermittlung des Laserstrahles.
• Bei Durchlicht-Scannern, wird das hinterleuchtete Röntgenbild von einem CCDZeilenscanner
nach dem Prinzip des Fotoeffektes in Abhängigkeit des einfallenden Licht digitalisiert.
Es gibt professionelle Röntgenfilmscanner, die die digitalen Bilddateien im DICOM 3.0
Format automatisch mit 12 bzw. 16 Bit Graustufen abspeichern. Sie sind für die
Humanmedizin konzipiert und erreichen unter Verwendung spezieller Anpassungen eine
Auflösung bis zu 4096 Graustufen. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die
unterschiedlichsten Ansprüche hinsichtlich Auflösung und Einsatzzweck gerecht werden.
Leider sind diese Geräte durch die Bank kostspielig.
Handelsübliche Consumer-Flachbrett-Scanner sind bisweilen mit einem Durchlichtaufsatz
versehen, der dazu dienen soll Film-Negative zu digitalisieren. Bei Tests in der Praxis stellt
sich jedoch heraus, dass die Ergebnisse, die mit diesen Systemen erzielt werden,
qualitativ nur sehr bescheidenen Ansprüchen genügen, da die optische Auflösung und
Leistungsfähigkeit zu gering sind. Um Röntgenbilder auch auf dem PC im Detail ansehen
zu können, reichen die 256 Graustufen der normalen Scanner nicht aus. Hochgerechnete
interpolierte Auflösungen sind trügerisch; sie bringen keine besseren Ergebnisse.
Im Fachhandel werden modifizierte Durchlichtscanner speziell für die Tiermedizin
angeboten, die in Kombination mit einer speziellen Software die Digitalisierung und
Bearbeitung von Röntgenbildern ermöglichen (vergrößern, verkleinern, Graustufen
verändern, rotieren, zoomen, Beschriften, Längenmessungen, Winkelmessungen und
Archivierung). Diese Scanner arbeiten nicht nach dem DICOM Standard und sind
wesentlich günstiger als Profiscanner. Leider sind dafür aber auch von ihrer optischen
Auflösung von 8 Bit (256 Graustufen) mit den 12 bzw. 16 Bit-Profiscannern nicht
vergleichbar. Vor einer Investition in diese Geräte sollte eine ausführliche Erprobung
stehen, um festzustellen ob mit den erzielbaren Ergebnissen die eigenen Ansprüche erfüllt
sind und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

DICOM
In der Humanmedizin sind DICOM Geräte und Systeme unabdingbar. Dieser
internationale Standard (Digital Imaging Communications in Medicine) gewährleistet nicht
nur die Standardisierung und damit Austauschbarkeit der Bilddateien, sondern auch deren
Fälschungssicherheit. Die im Bild enthaltenen Informationen bleiben immer
unveränderbar. Bei der Speicherung wird jedes Bild individualisiert, d.h. durch
Speicherung zusätzlicher Informationen im Bild, den UIDs (Unique IDentifiers), wird das
Bild einzigartig und unverwechselbar. Mindestens vier dieser UIDs sind obligatorisch:
1. Identifikation des Herstellers des Bildes
2. Identifikation nach Ort und Zeit
3. Identifikation einer Serie von Bildern innerhalb einer Untersuchung
4. Identifikation der mit dem Bild verbundenen Datei
Mit diesen Kriterien können auch bei reproduzierten Bildern immer die Herkunft des
Patienten, das Datum und die Aufnahmeparameter erkannt werden. Ein aus medizinisch
und forensischer Sicht in der Humanmedizin absolut notwendiger Vorgang. Trotz dieser
Einzigartigkeit des Bildes kann es durch Anwendung bestimmter Algorithmen analysiert
und bearbeitet werden, solange diese nur in die Beziehung einzelner Pixel zueinander
eingreifen um auch subtile Informationen des Bildes sichtbar zu machen. Die
Originalinformationen werden bei DICOM also niemals verändert; es werden keine Pixel
verändert, gelöscht oder verschoben. Zur Betrachtung von DICOM Bildern benötigt man
einen speziellen Viewer, da es sich um keine PC-üblichen Bildformate handelt. DICOM
Bilder lassen sich auf vielfältige Wiese mit Spezialprogrammen bearbeiten und
analysieren. Die vorgenommenen Änderungen sind jedoch nicht in der DICOM Datei
speicherbar, d.h. nach Schließen der Datei fällt diese wieder in den Ausgangszustand
zurück, die Modifikationen gehen verloren.
In der Tiermedizin stellt sich natürlich sofort die Frage, ob angesichts der nicht
unerheblichen Kosten eine Bilddigitalisierung und Archivierung unbedingt nach dem
DICOM Standard erfolgen muss. Die Investitionen in entsprechende Hardware und
Software sind beträchtlich, denn es handelt sich um keinen millionenfach verbreiteten
Consumer Standard sondern um einen medizinischen Standard. Für forensische Zwecke
in der Tiermedizin (Pferdemedizin, Ankaufsuntersuchungen, HD-Röntgen etc.) wird man
um den DICOM Standard nicht herumkommen, falls man auf analoge Röntgendokumente
verzichten möchte. Ganz anders stellt sich die Problematik jedoch in den meisten Fällen
der Digitalisierung analoger Bilder in der Kleintierpraxis dar. Hier ist aus pragmatischen
Gründen der unveränderliche Beweis der Einzigartigkeit des Bildes nicht erforderlich. Die
Tierärztin oder der Tierarzt haften ohnehin wie bei Attesten dafür, dass keine
Bildmanipulationen vorgenommen wurden.

Im Praxisalltag geht es vor allem darum, analoge Bilder in guter Qualität zu digitalisieren
und zu archivieren; wobei natürlich gewährleistet sein muss, dass eine Bildzuordnung
jederzeit möglich ist. Diese Kriterien können mit dem Speichern der Bilddateien in einem
der PC-üblichen Formate wie JPG oder TIF erfüllt werden. Wenn gewünscht, kann mit
Bildbearbeitungsprogrammen zudem ein so genanntes Wasserzeichen eingebrannt
werden, dass den Urheber und Eigentümer der Bilddatei identifizieren hilft.
Bildformate zur Archivierung
Digitalisierte Bilder sollten vorteilhafter Weise in einem allgemein üblichen PC-Format
gespeichert werden - in Formaten, die von Bildbearbeitungsprogrammen und Windows-
Betriebssystemen gelesen werden können. Dazu gehören das in allen Digitalkameras
übliche JPG Format und das TIF Format. Ersteres hat den unbestreitbaren Vorteil der
erheblichen Komprimierung der Bilddateien, bei jeder Bildbearbeitung, bei jeder erneuten
Speicherung gehen jedoch Pixel verloren, sodass die Qualität immer mehr abnimmt. Bei
der JPG Komprimierung sollte grundsätzlich immer die höchste Qualitätstufe gewählt
werden und nicht die maximale Kompression zur Einsparung von Speicherplatz. TIF
Dateien sind, da unkomprimiert, wesentlich größer, besitzen jedoch den Vorzug bei einer
Bearbeitung und erneuten Speicherung keine Verluste zu erleiden. Das Adobe Photoshop
Format PSD oder das RAW (Rohdateien-Format) moderner digitaler Spiegelreflexkameras
werden von professionellen Anwendern bevorzugt. Die Speicherung in anderen
Bildformaten wie BMP, GIF, PCD, PDF, PICT oder TARGA sind zwar möglich aber nicht
empfehlenswert, da man sich damit immer Nachteile erkauft.
Röntgenbild Digitalisierung mit der Digitalkamera
Zunächst erscheint der Gedanke, ein Röntgennegativ mit Hilfe einer Digitalkamera vom
Betrachtungsbildschirm einfach abzufotografieren reichlich trivial und unprofessionell. Bei
näherer Beschäftigung mit dem Thema stellt sich jedoch heraus, dass man mit dieser
simplen Technik bei Beachtung einiger Regeln durchaus professionelle Ergebnisse
erzielen kann. Die erreichbare digitale Bildqualität ist weit besser als beim Digitalisieren
mit 8 BIT Durchlichtscannern.

Voraussetzung ist allerdings das Benutzen einer qualitativ hochwertigen Digitalkamera mit
einer Mindestauflösung von mindestens 3 Megapixeln. Die besten Ergebnisse werden von
Kameras mit großen Qualitätsobjektiven erzielt. Das sind in erster Linie digitale
Spiegelreflex-Kameras, bei denen der aufzunehmende Bildausschnitt mit dem Sucherbild
absolut identisch ist. Bei einem Vergleichstest der Zeitschrift Veterinary Radiology wurde
die lineare Auflösung und der Graustufenumfang an Hand eines Röntgentestbildes
überprüft, das aus einem Abstand von 30 cm aufgenommen wurde. Dabei schnitt die
Canon EOS D 300 Spiegelreflex-Digitalkamera am besten ab (konnte alle 20 Graustufen
abbilden bei 7,7 LP/mm), gefolgt von Modellen der Nikon Coolpix 995 und der Sony DSCF
707. Billige Kameras, so stellte sich heraus, sind für die Teleradiologie keine akzeptable
Wahl. Dennoch sind mit hochwertigen digitalen Sucherkameras durchaus brauchbare
Digitalisierungsergebnisse zu erzielen. Vor einer Neuanschaffung sollten einige
Gesichtspunkte unbedingt beachtet werden, um einen Fehlkauf zu vermeiden.
• Wichtig ist, dass sowohl die automatische Bildbelichtung als auch die Autofokus
Funktion abschaltbar sind. Häufig versagen nämlich diese für ganz andere
Aufgaben konzipierten Systeme bei der Aufnahme von schwarz-weißen
Bildinformationen mit hohen Helligkeitsunterschieden, wie sie Röntgenbildern
besitzen.
• Die Kamera sollte über einen Schwarz-Weiß-Modus verfügen.
• Das Objektiv sollte von sehr guter Qualität und lichtstark sein. Ein weiter Zoom-
Bereich ist nicht wichtig.
• Mini-Digitalkameras im Westentaschenformat sind bisweilen sehr schick, eignen
sich aber für unsere Zwecke nur bedingt.
• Die automatische Blitzaktivierung muss ausschaltbar sein.

Regeln zum Fotografieren von Röntgenbildern
• Immer die geringste Kompression und höchste Bildauflösung (maximale Bildgröße)
der Digitalkamera auswählen.
• Schwarz-Weiß-Modus der Kamera verwenden (sofern vorhanden), sonst wird ein
Farbbild aufgenommen, dass grünstichig ist. Man kann mit einer
Bildverarbeitungssoftware das Farbbild in ein Graustufenbild umwandeln.
• Makro-Modus verwenden (sofern vorhanden).
• Alle Lichtquellen der Umgebung löschen. Die besten Bilder erreicht man im
abgedunkelten Raum.
• Das Röntgenbild am Leuchtschirm vollständig an allen Rändern einblenden um
unerwünschtes Streulicht zu vermeiden. Ggf. selbst hergestellte Schablonen
verwenden. Dies ist die wichtigste Regel, um die Bildqualität zu verbessern!
• Niemals den Blitz verwenden! Die Blitzfunktion der Kamera muss deaktiviert
werden.
• So nahe wie möglich an das Bild herangehen; nicht aus der Entfernung mit
Zoomfunktion arbeiten.
• Immer mehrere Bilder (mindestens zwei) anfertigen. Das erste Bild sollte den
gesamten Bildausschnitt umfassen, die weiteren die relevanten Ausschnitte im
Detail.
• Ein Stativ benutzen! Die beste Bildschärfe erreicht man in der Fotografie bei einem
Schließen der Blende (z. B. 16). Daraus und aus der Dunkelheit des Röntgenbildes
folgert eine lange Belichtungszeit. Auch geübte Fotografen schaffen es kaum bei
Belichtungszeiten, die größer als 1/30 Sekunde sind, verwackelungsfreie Bilder
aufzunehmen. Wenn möglich einen Fern- bzw. Drahtauslöser benutzen, da selbst
das Drücken des Auslösers auf einem Stativ zu Verwackelungen führen kann.
• Die digitalisierten Röntgenbilder auf dem Computer betrachten. Die Minibildschirme
der Digitalkameras erlauben keine repräsentative Beurteilung der erzielten
Bildqualität.
• JPG Format der Kamera verwenden. Formate wie RAW von Canon können nur mit
Spezialsoftware gelesen werden.
Voraussetzung für die gute Digitalisierung ist selbstverständlich ein gutes korrekt
belichtetes und entwickeltes Röntgenbild. Ein qualitativ insuffizientes flaues Röntgenbild
kann auch durch Digitalisierung und Nachbearbeitung nicht viel besser werden. Am
Anfang wird man immer mit seiner Kamera ein wenig experimentieren müssen, um die
optimalen Ergebnisse zu erzielen.
Generell neigt die Belichtungsautomatik von Digitalkameras dazu, die Röntgenbilder falsch
zu interpretieren. Aufnahmen vom Abdomen sind am unproblematischsten, schon bei
Gliedmassenaufnahmen und Detaildarstellung von knöchernen Strukturen kann man
feststellen, dass entweder der Knochen zu hell (überstrahlt) erscheint oder die Umgebung
zu dunkel ist. Deshalb sollte man die vollautomatische Bildbelichtung deaktivieren und auf
einen manuellen Aufnahmemodus umschalten. Am besten wählt man den AV Modus
(=Zeitautomatik, bei manueller Blendenwahl). In dem AV Modus wählt man den
gewünschten Blendenwert (möglichst > 8, wegen der Erhöhung der Abbildungsleistung).
Die Kamera stellt eine für die Motivhelligkeit geeignete Verschlusszeit automatisch ein. Bei
der Digitalisierung von Röntgenbildern geht es darum eine möglichst große Schärfentiefe
zu erzielen, deshalb ergeben niedrige Blendenzahlen (z. B. Blende 4), die man vielleicht
wählt, um die Dunkelheit des Objekts zu kompensieren immer schlechtere und flaue
Bilder.
Die Blitzfunktion ist zum Fotografieren von Röntgenbildern wegen der dabei entstehenden
Reflexionen völlig ungeeignet. Daraus resultiert der Zwang zu langen Belichtungszeiten
und damit der Zwang zum Stativ, falls die Belichtungszeiten länger als 1/30 Sekunde
werden. Selbst bei einer manuellen Blendenwahl kann es vorkommen, dass man
verschiedene Einstellungen ausprobieren muss, bis man das optimale Ergebnis erhalten
hat.
Autofokusprobleme
Preiswertere Digitalkameras besitzen meist nur ein einziges in Bildmitte angeordnetes
Autofokus-Feld und versagen deshalb häufig bei der Scharfstellung von Röntgenbildern.
Hochwertige Kameras besitzen hingegen 7 oder mehr Autofokusfelder, die das Bild
abtasten; sie haben bei der Scharfstellung weit weniger Probleme. Man kann darüber
hinaus auch noch einzelne Autofokusfelder auswählen, die für die Schärfeneinstellung
herangezogen werden sollen.
Wenn die automatische Scharfstellung versagt, kann man sich mitunter mit der
Schärfenspeicherfunktion behelfen. Das Autofokus-Messfeld wird auf einen dezentralen
kontrastreichen Bildausschnitt gerichtet, wobei der Auslöser nicht ganz sondern nur halb
durchgedrückt wird. Damit speichert man den anvisierten Schärfebereich. Bei halb
gedrücktem Auslöser richtet man sodann die Kamera auf den Mittelpunkt des
Röntgenbildes und drückt den Auslöser ganz durch. Bei geringem Kontrast, schwachem
Licht, Gegenlicht und starker Reflexion versagen auch die besten Autofokussysteme. Hier
hilft nur die manuelle Scharfstellung. Leider gibt es bei vielen Digitalkameras jedoch keine
Möglichkeit der manuellen Scharfstellung bzw. Deaktivierung des Autofokus.
Automatische Belichtung
Die gleichen Probleme wie bei der automatischen Scharfstellung treten bei der
automatischen Belichtung auf. Schwarz-weiße Röntgennegative mit ihren enormen
Bildinformationen in Form von feinsten Graustufendifferenzen sind keine idealen Objekte
für eine automatische Belichtung. Oft erscheinen die Ergebnisse auf dem Computer-
Bildschirm enttäuschend, obwohl ursprünglich eine exzellente Röntgenaufnahme vorlag
und die Kamera optimal eingestellt war. Auch seitens der Computer- und Software-
Konfiguration war alles in Ordnung. Wo liegt nun der vermeintliche Fehler?


Thoraxaufnahmen
Anhand von Thorax-Röntgenbildern, die am schwierigsten fotografisch zu erfassen sind,
soll die Problematik erläutert werden. Auf dem Leuchtschirm sehen die Röntgenbilder wie
aus dem Lehrbuch aus und dennoch erscheinen auf den digitalen Gegenstücken entweder
die Lungenfelder total schwarz (das Herz hingegen ist optimal wiedergegeben), oder die
Lungenfelder erscheinen optimal dargestellt (die Herzsilhouette hingegen total
überbelichtet). Man mag verzweifeln, insbesondere dann, wenn man früher Thorax-
Röntgenaufnahmen mit einem schwarz-weiß Diafilm analog abfotografiert hat und dabei
dieses Phänomen nicht kannte. Dennoch arbeiten alle fotografischen und digitalen
Systeme völlig fehlerfrei! Die Digitalkamera ist einfach nicht in der Lage, Herz und Lunge
in einer einzigen digitalen Aufnahme korrekt darzustellen. Hierfür gibt es eine Reihe von
Gründen. Die Chips von Digitalkameras besitzen einen geringeren Kontrastumfang als
analoge Filme. Bei Alltagsmotiven stört das nur selten, wer jedoch Motive mit starken
Kontrasten wie Thoraxaufnahmen (und z. B. Nachtaufnahmen) fotografiert, hat ein
Problem. Die Sensortechnologie der meisten Digitalkameras erlaubt lediglich einen
Dynamikumfang von ca. 8 bis 9 Blendenstufen. Das bedeutet, dass es bei Motiven mit
starken Kontrasten unmöglich ist, diese naturgetreu abzubilden. Deshalb wird entweder
die Herzsilhouette richtig belichtet und dafür sind die Lungenfelder schwarz oder es sind
die Lungen-Details gut erkennbar, dafür wird das Herz überbelichtet und erscheint weiß.
Besonders bei den Langzeitbelichtungen zur Digitalisierung von Röntgenbildern ergeben
sich starke Kontraste. Helle knöcherne Strukturen und dunkle Schatten wollen gleichzeitig
aufs Bild. Dies gelingt jedoch mit der Digitalkamera nur bedingt, das Bild wird von der
Belichtung her also immer ein Kompromiss bleibt. Solche Kompromisse sind natürlich
schlecht für eine diagnostische Befeindung. Deshalb sollte ein analoges Thorax
Röntgenbild immer zweimal digital fotografiert werden:
1. Aufnahme: Lungenfelder optimal belichtet (Herz erscheint weiß)
2. Aufnahme: Herzsilhouette optimal belichtet (Lunge erscheint schwarz)
Belichtungskorrektur
Viele höherwertige Digitalkameras (z. B. alle EOS-Modelle von Canon) haben eine
Belichtungskorrekturfunktion, mit der die Belichtung um bis zu zwei Blendenstufen nach
oben und unten korrigiert werden kann. Die Belichtungsmesser in den Kameras
orientieren sich an dem 18 % Grau-Standard, daraus resultiert, dass manche Objekte zu
hell oder zu dunkel wiedergegeben werden.
• Bei Röntgenbildern mit vielen hellen Bildpartien ist eine Korrektur in den
Plusbereich erforderlich (z. B. Blende 8 => 11)
• Bei Röntgenbildern mit vielen dunklen Motivpartien ist eine Korrektur in den
Minusbereich erforderlich (z.B. Blende 8 => 5,6).
Die Korrektur kann entweder mit der Belichtungskorrekturfunktion oder mit dem
Messwertspeicher vorgenommen werden. Durch die Messwertspeicherung kann der
interessierende Teil des Röntgenbildes (Herz oder Lunge) angemessen und gespeichert
werden (bei Canon Kameras Sternchen Taste). Anschließend wird wieder auf den
Bildmittelpunkt zurückgeschwenkt und der Auslöser ganz durchgedrückt.
Filmempfindlichkeit
Die Einstellung der Filmempfindlichkeit (ISO Empfindlichkeit) kann bei digitalen
Spiegelreflexkameras zwischen ISO 100 bis 1600 eingestellt werden. Je höher der Wert,
desto höher ist die Lichtempfindlichkeit. Deshalb eignen sich hohe ISO Werte für bewegte
Motive und Aufnahmen bei dunklen Lichtverhältnissen und theoretisch deshalb auch für
Röntgenfilmaufnahmen. Leider hat die Sache einen Pferdefuß; Aufnahmen mit hohen ISO
Werten enthalten sehr viel mehr Bildstörungen als Aufnahmen mit 100 oder 200 ISO,
sodass das Bild unscharf oder grobkörnig erscheint. Andererseits wird die Aufnahme
durch eine geringe ISO Empfindlichkeit feiner, benötigt aber als Ausgleich eine längere
Belichtungszeit. Da wir bei der Digitalisierung von Röntgennegativen auf eine maximale
Detailauflösung Wert legen, müssen wir eine niedrige ISO Empfindlichkeit wählen, wir
können nicht durch eine hohe Empfindlichkeit die Belichtungszeit verkürzen. Ein weiterer
Grund für die Verwendung eines Stativs.
Die ISO Empfindlichkeit sollte beim Fotografieren von Röntgenbildern auf 100 ISO
eingestellt werden.
Bildübertragung auf den PC
Die Digitalkamera sollte so eingestellt werden, dass die Speicherung im JPG (JPEG)
Format erfolgt. Bei der Aufnahme werden die Bilddateien üblicherweise automatisch
durchnummeriert. Eine fortlaufender Bilddatei-Name wie 0012345.JPG mag zwar die
digitalisierte Röntgenaufnahme eindeutig kennzeichnen - sinnvoll ist so etwas jedoch
nicht, selbst wenn man die Datei 0012345.JPG in seinem Praxisverwaltungsprogramm mit
einem Patienten verknüpfen kann.
Ein wenig Schreibarbeit in ein Notizbuch, in das man Tierbesitzername, Patientenname,
Datum der Röntgenaufnahme und dargestellte Struktur notiert, ist unentbehrlich.
Spätestens bei voller Bildspeicherkarte steht die Übertragung der JPG Dateien auf den PC
an. Man kann die Kamera mit einem Verbindungskabel an den PC anschließen, aber nicht
jede Digitalkamera besitzt eine schnelle USB 2.0 Schnittstelle (USB 1.0 ist äußerst
langsam). In diesen Fällen macht es sich bezahlt, sich einen Speicherkartenleser
anzuschaffen, der an die USB 2.0 Buchse des PCs angeschlossen wird. Kleiner Nachteil:
die Speicherkarte muss aus der Kamera entnommen und in den Reader gesteckt werden;
großer Vorteil Dank USB 2.0 erfolgt die Übertragung selbst großer Datenmengen auf den
PC sehr zügig.
Archivieren von Bilddateien
Vor dem Speichern auf die Festplatte des PC sollte man sich überlegen, wo man die
digitalen Röntgenbilder zweckmäßiger Weise ablegt. In Frage kommen:
• bei einer Festplatte (C:)
- separater Ordner C:\Bild Datenbank
- Eigene Dateien\Eigene Bilder\Bild Datenbank
- Ordner im Praxisverwaltungsprogramm
- eigene Partition auf Festplatte für die Bild Datenbank
• bei zweiter Festplatte (D:)
- Ordner D:\ Bild Datenbank
- separate Partition auf Festplatte D:
• externe Festplatte
- USB oder Firewire

Datensicherung
Ein besonderes Augenmerk sollte der Datensicherheit unserer Bilddateien gelten. Wer es
noch nicht erlebt hat - selbst neue Festplatten können ohne Vorwarnung ihren Geist
aufgeben. Dann sind die darauf enthaltenen Daten meist unwiederbringlich verloren, falls
keine Sicherungskopie zur Verfügung steht. Weitere häufige Probleme für einen
Datenverlust sind Virusbefall oder ein Crash des Betriebssystemes, sodass sich der
Computer nicht hochfahren lässt. Bilddateien wertvoll, deshalb muss man Sie vor den
vielfältigen Gefahren eines Totalverlustes gut schützen. Auf der anderen Seite macht es
wenig Sinn, Bilddateien wie die Dateien des Praxisprogrammes täglich zu sichern. Die
Speicherung von Bilddateien in der Systemarchitektur des Praxisprogrammes (schlimmer
noch deren direkte Einbettung) blähen die kompakten Inhalte von Praxisprogrammen enorm
auf und macht deren Sicherung zu einer zeitaufwendigen Sache. Eine einzige Bilddatei
kann trotz JPG-Komprimierung größer als 1 MB sein, sie ändert sich nach anfänglicher
Bearbeitung in ihrem Inhalt aber nicht mehr. Folglich müssen im Rahmen der Sicherung
nur die neu hinzugekommenen Dateien einer Bild Datenbank erfasst werden (Differenzial
Backup). Mit einem Backup Programm kann diese Aufgabe problemlos erledigt werden. In
der Regel reicht es aus, die Bild Datenbank einmal wöchentlich zu sichern. Als
Sicherungsmedien kommen besonders DVDs und externe Festplatten in Frage.
Umbenennen von Bilddateien
Wie bereits erwähnt, ist die durchlaufend numerische Archivierung von digitalen
Bilddateien zwar möglich aber denkbar ungeeignet. Man kommt also um eine
Umbenennung der Datei nicht herum. Seit Windows XP sind lange Dateinamen kein
Problem mehr und man sollte diese Möglichkeit zur leichten späteren Auffindbarkeit und
Durchsuchbarkeit der Bilddatenbank nutzen. Man kann seine Bilder nach eigenen
Bedürfnissen organisieren, als Beispiel sei eine Systematik angeführt, die sich besonders
bewährt hat.
Der Dateiname enthält:
• Datum (JJJJ.MM.TT)
• Besitzername,Vorname
• Tiername
• Objektbezeichnung

Das Datum sollte in dem Format Jahr - Monat - Tag (JJJJ.MM.TT) angegeben werden,
weil dann im Windows-Explorer alle Aufnahmen immer automatisch chronologisch in
richtiger Reihenfolge nach Datum absteigend oder aufsteigend sortiert werden. Das
funktioniert bei dem üblichen deutschen Datumsformat TT.MM.JJJJ nicht.
Beispiel: aus der Datei 0012345.JPG wird
2005.05.28_Maier,Hans_Rex_Thorax 1.jpg
Mit der Funktion „Umbenennen", „Kopieren", „Einfügen" des Datei-Explorers können
ganze Serien von Röntgenbildern eines Patienten schnell umbenannt werden, sie müssen
nur durch eine fortlaufende Zahl vor der Dateiendung „JPG" unterschieden werden. Es gibt
eine große Zahl von Archivierungssoftware für digitale Bilder, dennoch reicht der
Funktionsumfang des betriebssystemeigenen Windows-Explorer in Verbindung mit der
Windows „Bild und Faxanzeige" völlig aus. Zudem ist der Explorer sehr schnell beim
Zugriff auf Ordner und Dateien.
Mit der Suchfunktion des Windows-Explorers kann, so man sich die kleine Mühe der
Umbenennung seiner Bilddateien gemacht hat, jederzeit (und unabhängig vom
Praxisverwaltungsprogramm!) nach den Röntgenbildern gesucht werden. Die Ergebnisse
liegen blitzschnell vor. Sie können z. B. schnell und einfach den Hund Rex des Herrn Hans
Maier suchen, sie können nach allen Thorax Röntgenbildern suchen oder sie können nach
allen Bildern eines bestimmten Tages suchen.

Im Laufe der Zeit entsteht eine mächtiges Röntgenarchiv, sie können jederzeit alte
Röntgenaufnahmen zu Vergleichen ansehen und genießen alle Vorzüge der digitalen
Bildtechnik ohne ein digitales Röntgensystem besitzen zu müssen - alles ist im
Direktzugriff verfügbar. Sorgen wegen des benötigten Festplattenspeichers? Bei den
heute üblichen Festplattengrößen von über 250 GB spielt das frühere
Speicherplatzproblem überhaupt keine Rolle mehr.
Fazit
Die Fotografie von analogen Röntgennegativen mit handelsüblichen Digitalkameras ist
eine ernstzunehmende Technik zur Erstellung digitaler Röntgenbild Datenbanken in der
Kleintierpraxis. Damit sind die erstellten Röntgenbilder jederzeit Online im Praxisnetzwerk
abrufbar. Selbst wenn die Praxis über keine eigene digitale Röntgenanlage verfügt, stehen
ihr die faszinierenden Möglichkeiten der digitalen Bildtechnik zur Verfügung. In
systematisch angelegten Bilddateien können neben den Röntgenbildern auch
Patientenbilder oder Ultraschallbilder organisiert werden. Die Teleradiologie und
Telemedizin sind weitere Anwendungsbereiche. Die erforderlichen Investitionen in Form
einer guten Digitalkamera nebst Zubehör sind überschaubar.
Weitere Infos unter http://www.mueller-heinsberg.de
07 Nov 2011
11:21:42
Jost

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