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Kosten
Kosten sind bewerteter Verzehr von Gütern und Diensten zur Erstellung betrieblicher Leistungen.
Die
Bewertung
richtet sich dabei nach den Bedürfnissen der Unternehmensführung (Entscheidungs- und Verantwortlichkeitsrechnung). Will man mit Kosten- und Erlösdaten Verantwortlichkeitsbetrachtungen anstellen und Entscheidungen vorbereiten, kann man nicht auf eine klare Darstellung der Kostensachverhalte in ihrer Vernetztheit und eine regelmäßig gleiche Anwendung klar definierter Begriffe verzichten. Der Kostenwürfel ist keine neue Theorie, sondern ein Erklärungsmodell für Kostensachverhalte, das sich in der Praxis sehr gut bewährt hat. Er stellt die Kostenbegriffe in drei Dimensionen dar:
1.
Produktkosten
/ Strukturkosten (senkrechte Denkachse);
In dieser Dimension ist für die Zwecke der Entscheidungsrechnung (Decision Accounting) zu differenzieren, welche
Kosten durch die Struktur der Produkte gegeben sind und welche durch die Struktur des Unternehmens.
Produktkosten
(proportionale Kosten) sind ursächlich nötig, um das Produkt oder die Dienstleistung entstehen zu lassen. Im Gegensatz dazu stehen die Kosten, die durch die kapazitative und organisatorische Struktur des Unternehmens definiert werden. Kosten, die nicht direkt leistungsabhängig sind, sondern durch Entscheidungen über die Leistungsbereitschaft des Unternehmens bestimmt werden. Diese Strukturkosten „bemühen sich darum“, dass die produktiven Leistungen überhaupt erstellt werden können.
2. Beeinflussbarkeit kurz- oder mittelfristig (waagrechte Denkachse)
„Wer hat die Kompetenz und die Zeit, Kosten in ihrer Entstehung zu beeinflussen?“ Dies ist die Fragestellung der Verantwortlichkeitsrechnung (Responsibility Accounting). Diese Dimension soll zeigen, welche Kostenelemente in welchem Zeitraum verändert werden können. Es gibt Produktkosten, die innerhalb eines Monats ändern können, indem z.B. ein anderer Materiallieferant oder ein anderer Mitarbeiter gesucht wird. Es gibt aber auch Produktkosten, die nur mittel- bis langfristig veränder
bar
sind, weil sie beispielsweise durch den Ablauf des Produktionsprozesses gegeben sind, oder weil beim Fertigungspersonal Kündigungsfristen zu beachten sind. Andererseits sind aber auch
sofort beeinflussbare Strukturkosten anzutreffen, wie zum Beispiel Inseratekosten für Produktewerbung, die von heute auf morgen abbau
bar
sind.
3. Einzel- und
Gemeinkosten
(Denkachse in die Tiefe)
Ob es sich um Einzel- oder
Gemeinkosten
handelt, ist vom gerade betrachteten Bezugsobjekt abhängig. Das Gehalt des Debitorenbuchhalters (Strukturkosten, mittelfristig beeinflussbar) gehört zu den
Einzelkosten
der
Kostenstelle
Buchhaltung, jedoch zu den
Gemeinkosten
der Produkte. Materialkosten für hochveredelte Teile (Produktkosten, langfristig beeinflussbar, weil nur ein
Lieferant
verfüg
bar
ist) sind
Einzelkosten
des hergestellten Produktes. Werkzeugkosten für einen bestimmten Kundenauftrag sind
Einzelkosten
dieses Auftrags. Die gleiche dreidimensionale Betrachtung ergibt sich auch für die erlösabhängigen Kosten. Provisionen, Erlösschmälerungen, Frachten, Teile der auftragsabhängigen Vertriebskosten sind nicht mehr von der hergestellten Menge, sondern von Absatzzusammensetzung, Absatzmenge und
Umsatz
abhängig, was ihre Darstellung in einem gesonderten Würfel erfordert.
Kostenrechnung
ist ein stark verallgemeinernder Begriff, der verschiedene Rechnungssysteme zusammenfasst.